In Peru bin ich nur mit ganz kleinem Besteck unterwegs, sprich: Ich habe nur meine Kamera und ein Objektiv dabei. Und mein Macbook zur Bildbearbeitung. Trotzdem konnte ich einen kleinen Fotoauftrag an Land ziehen.

In einer lokalen Facebookgruppe wurde ein professioneller Fotograf gesucht, der Fotos von einem Anwesen machen könnte. Mein Vorteil: Wenn nicht gerade ein anderer Fotograf aus Europa oder den USA hier Urlaub macht, gibt es keine nennenswerte Konkurrenz.

Meinen Ausrüstungsnachteil (der ja auch nur mir bewusst war) konnte ich durch Erfahrung und den geschickten Umgang mit Bildbearbeitung wett machen.

Den Weg dorthin fand ich nur mit Hilfe einer Freundin aus Pisac, die fließend spanisch spricht und verschiedene Busfahrer und später Passanten nach dem Weg fragen konnte. Aber irgendwann waren wir da. In Arin, einer kleinen Siedlung im Heiligen Tal, irgendwie oberhalb der Strasse, nahe der Wasserfälle und unweit vom Friedhof. Das war im Wesentlichen die Wegbeschreibung gewesen.

hotelfotograf in peru - anwesen panorama

Das Haupthaus des Anwesens wollte ich gerne im Kontext mit der umgebenden Natur und Bergen fotografieren. Da ich nur mein Standardzoom zur Verfügung hatte, dessen Weitwinkel nicht ausreichte, waren Panoramafotos das Mittel der Wahl. Meist drei oder vier Aufnahmen wurden später am Computer mit PTGui zu einem Bild zusammengesetzt.

Für die Innenaufnahmen fehlte es mir nicht nur an Weitwinkel-Power, sondern auch an Lichtequipment. Hier wurde es dann langsam kniffelig. Die Lösung waren HDR-Aufnahmen (High Dynamic Range), die ich ausserdem zu Panoramas zusammensetze.

Da war ich froh, mein Macbook Pro und die dafür nötigen Programme dabei zu haben. Ich fotografierte also Belichtungsreihen (mit der Bracketingfunktion meiner Kamera), wandelte diese in HDRs um und setzte die dann schließlich zu einer Panoramaaufnahme zusammen.

Panoramaaufnahme mit HDR im Innenraum für ein Hotel

Oben ein Beispiel für eine Kombination aus HDR- und Panoramafoto.

Falls du Bracketing noch nicht kennst: Du kannst an den meisten Kameras die sogenannte Bracketingfunktion (deutsch Belichtungsreihe) aktivieren. Bei meiner Kamera geht es über das linke Drehrad oben an der Kamera. Dann werden auf einen Schlag mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung gemacht, sobald ich den Auslöser drücke.

Meine Lieblingssoftware, um diese Bilder dann zu einer HDR-Aufnahme zu kombinieren ist Aurora HDR. Die Software ist einfach zu bedienen, bringt beeindruckende Ergebnisse und unterstützt auch Stapelverarbeitung. So konnte ich mein Laptop über Nacht HDRs aus meinen vielen Bildern erzeugen lassen und am nächsten Tag dann daraus die Panoramabilder zusammenbauen.

Eine besonders hilfreiche Funktion bei Aurora HDR ist die „Anti-Ghosting“ Funktion. Das ist ein kleines Häkchen, das man vor der HDR -Erzeugung setzt und dafür sorgt, dass sich bewegende Elemente wie zum Beispiel laufende Menschen oder fahrende Autos nur einmal im Bild auftauchen. Ausserdem können Bilder aus der Belichtungsreihe automatisch ausgerichtet werden, so dass es möglich ist, solche Reihen aus der Hand ohne ein Stativ zu fotografieren. (Hatte ich erwähnt, dass ich hier nichtmal ein Stativ dabei habe…?)

Meine Ausrüstung für diesen Auftrag bestand aus:

Hardware:

Fujifilm X-T2 Systemkamera Kit inkl. XF18-55mm Objektiv (Amazon Link)

Apple Macbook Pro Notebook

Software:

Capture One Pro 12 zum Sortieren und Bearbeiten der „normalen“ Fotos

Aurora HDR 2019 zum Erzeugen der HDRs aus den Belichtungsreihen

PTGui zum Kombinieren der Panoramabilder aus HDRs und normalen Aufnahmen.

Mit den Ergebnissen war der Kunde äusserst zufrieden und wird sein (wirklich sehr schönes) Objekt erfolgreich vermarkten können.

Hier noch einige Impressionen:

Und nicht zu vergessen, der Wasserfall 🙂