Je mehr ich mich mit dem Thema USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) beschäftige, desto mehr wundert mich, dass ich das erst jetzt mache.

Heute zeige ich, wie ich das gute Stück angeschlossen und in Betrieb genommen habe.

Was ich mir von der USV erwarte und was vor dem Anschluss zu beachten ist, habe ich ja im letzten Artikel schon beschrieben.

Heute schreiten wir zur Tat.

Die Anschlüsse der USV nutzen

Dazu habe ich hier mal ein Foto mit der USV und angeschlossenen Geräten beschriftet, damit das Konzept verständlich wird, das dahinter steckt. Wie erwähnt, ist es ja im Grunde nur eine Mehrfachsteckdose. Aber man sollte sich doch ein paar Gedanken machen, was man wo anschließt.

Zuerst dachte ich noch, ich würde einfach nur den PC und das Synology NAS an die USV anschließen. Ein paar Gedanken später wurde mir aber klar, dass das keinen Sinn ergeben würde.

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Die im Bild obere Steckerreihe ist vom Akku der USV im Falle eines Stromausfalles abgesichert. Die untere Reihe nicht. Dafür werden in der unteren Reihe die ersten drei Steckdosen über die Master-Steckdose in der oberen Reihe (links oben) an- und ausgeschaltet.

Was habe ich mir bei den Anschlüssen gedacht?

Zur Erinnerung: Die AMC Back-UPS ES 700 hat zusätzlich auch eine Master-Slave-Funktion, was bedeutet, dass Geräte, die am Slave-Anschluss hängen, automatisch an- oder ausgeschaltet werden (genauer: mit Strom versorgt), wenn das Gerät am Master an- oder ausgeschaltet wird.

Master muss der PC sein. Den schalte ich bewusst an und aus. Also bekommt er die Master-Steckdose. Dann kommen die anderen Geräte, die bei einem Stromausfall nicht ausfallen sollen.

Der Monitor ist auch dabei. Denn der kann zwar keine Daten verlieren, aber wenn ich nichts sehen kann, kann ich eben auch nicht weiter arbeiten.

Als nächstes folgt das Synology NAS, für das ich die USV ja eigentlich gekauft habe.

Und zuletzt fiel mir noch ein, den LAN Router auch mit sicherem Strom zu versorgen. Denn das NAS ist mit meinem PC über LAN verbunden. Dazwischen steckt der Router. Ohne den Router kann ich also ebenfalls nicht weiter arbeiten.

In der unteren Reihe blieb dann nicht mehr viel. Die PC-Lautsprecher bekommen dank der Slave-Schaltung nun automatisch keinen Strom mehr, wenn ich den Computer ausschalte. Das ist nicht ganz so wichtig. Aber nett. Den Drucker wollte ich lieber nicht als Slave anschließen, weil der über WLAN auch mit anderen Geräten im Netz kommunizieren könnte, wenn der PC aus ist. Bei Stromausfall kann ich nun nicht drucken, aber das ist wohl verschmerzbar.

Erster Test: Stecker raus

Einen ersten mutigen Test habe ich auch gleich gemacht. Ich habe den Stecker der USV herausgezogen und geschaut was passiert. Ergebnis: Die USV piept ein paar Mal und alles läuft weiter wie vorher. Es scheint also zu funktionieren.

Datenverbindung zum Synology NAS

Über das beiliegende Datenkabel habe ich dann die USV (am Datenport an der Seite) mit dem USB-Eingang am NAS verbunden.

An der Seite befinden sich Netzwerkanschlüsse, die auch das LAN vor Spannungsspitzen schützen. Außerdem ein Datenport zur Steuerung der USV durch den PC oder das NAS. Ein spezielles Datenkabel liegt bei, das einen RJ45-Stecker zur USV hin und einen USB-Anschluss für Computer oder NAS hat.

Vorab habe ich noch einen Blick in die Einstellungen im NAS geworfen, um zu sehen, ob sich durch das Anschließen etwas ändert.

Die Einstellung zur USV findet sich bei Synology in der Admin-Oberfläche unter Systemsteuerung -> Hardware & Energie (Bilder zum Vergrößern anklicken!)

Systemeinstellung für die USV unter System Hardware

 

Und da habe ich auch gleich eine Einstellung gefunden, die erstmal gar nichts mit der USV zu tun hat.

Einstellung, damit das NAS sich nach einem Stromausfall wieder einschaltet

Ich dachte ja, dass ich die USV auch brauche, damit sich das NAS nach dem Abschalten automatisch wieder hochfährt. Das stimmt aber nicht. Es ist einfach eine Einstellung am NAS, die das macht.

Die weiteren Einstellungen zur USV sind ohne angeschlossenes Datenkabel zunächst nicht verfügbar.

USV-Synology_Screenshot_web_02Das ändert sich aber schlagartig, wenn man die beiden Geräte verbindet.

Die APC Back-UPS ES 700 wird sofort vom Synology NAS erkannt. Ich brauchte nur noch den Haken bei „USV-Unterstützung aktivieren“ zu setzen. Die restlichen Einstellungen habe ich nicht verändert.

USV-Synology_Screenshot_web_04

Klickt man auf „Geräteinformationen“ zeigt das NAS an, welche USV es erkannt hat und wie lange die Batterie bei einem Stromausfall voraussichtlich halten würde.

Synology und APC sind perfekt aufeinander eingespielt

Fazit – es läuft!

Ich bin sehr froh, dass ich zwei gut zueinander passende Marken gefunden habe.

Nachdem ich das System für mich durchdacht und geplant hatte, war die Einrichtung wirklich äußerst einfach. Dass ich bei der Gelegenheit noch eine Einstellung im NAS gefunden habe, die ich vorher nicht kannte (Verhalten nach Stromausfall), war der Zuckerguss auf dem Kuchen.

Hier nochmal meine Geräte (mit Link zu Amazon):

Speichersystem (NAS)
Synology DiskStation DS412+ NAS-Server (4-Bay, 8,9 cm (3,5 Zoll) SATA II, 2,1GHz, DDR3 Speicher, USB 3.0)

Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
APC Back UPS ES 700VA 230V

Die Verbindung funktioniert auch mit anderen Modellen der beiden Marken. Am besten schaut man vorher in die Dokumentation oder in die Kompatibilitätslisten im Internet.