Winter ist die Zeit, in der die meisten Fotografen sich auf den Sommer freuen und zur Stimmungsaufhellung die Ausrüstung für das nächste Jahr erweitern. Für Nikon-Fotografen stelle ich hier einige empfehlenswerte Objektive vor.

Für den Wunschzettel zu Weihnachten oder einfach zum Selberkaufen.

Anlass ist unter anderem eine Frage unter einem älteren Blogpost nach dem besten Objektiv für Hochzeiten an einer Nikon D7100 oder einer Nikon D600 / D610 (Link) sowie einem guten Porträtobjektiv.

Leider ist das nicht komplett pauschal zu beantworten. Aber ich fange mal an.

Top-Allround-Objektiv für die Arbeit mit einer Kamera (Vollformat)

Nikon Nikkor 24-120mm f/4 (Link)

AFS_24_120_ED_VR_webEin wunderbares Allround-Objektiv, über das ich ja auch schon einen eigenen Artikel geschrieben hatte. An einer Vollformat-Kamera deckt es den Bereich von Weitwinkel bis leichtes Tele komplett ab. Und mein damaliges Urteil hat sich in der Zeit danach bestätigt.

Ich nutze es gerne für Hochzeiten und Reportagen, wenn ich mal nur mit einer Kamera losziehen möchte. Die Bildqualität ist sehr gut und die Lichtstärke reicht für fast alles aus. Ausserdem hat es einen Stabilisator, was ich besonders fürs Filmen sehr praktisch finde. Wie gesagt, bei nur einer eingesetzten Kamera ist dieses Objektiv meiner Meinung nach die beste Wahl. Der Brennweitenbereich von 70 bis 120 mm eignet sich darüber hinaus sehr gut für Porträts.

Natürlich ist dieses Objektiv auch an der Nikon D7100 oder einer anderen DX-Format-Kamera von Nikon sehr gut. Aber durch den Crop-Faktor beginnt der Weitwinkelbereich eben erst bei umgerechnet 36mm, also sehr moderat. Für eine Totale im Trausaal reicht das oft nicht aus. Hier müsste man einmal das Objektiv wechseln.

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Aufgenommen mit dem Nikkor 24-120 f/4

Bei zwei Kameras hat man noch andere Möglichkeiten. Hier kann man Objektive verwenden, die stärker spezialisiert sind und diese noch auf den Fotografentyp abstimmen.

Objektive für Hochzeitsfotografen mit zwei Kameras

Fotografentyp 1: Zoom-Objektive

Zu diesem Typ zählte ich mich bis vor einem Jahr auch. Hier hat Nikon zwei klassische Profi-Zooms im Angebot.

Nikon Nikkor 24-70mm f/2.8 (Link)

Dieses Objektiv besitzen wohl die meisten Nikon Fotografen als sog. „Immerdrauf“ und Nikon hat es schon seit 2007 unverändert im Angebot. Und das mit gutem Grund: Es hat eine sehr gute optische Qualität, allerdings keinen Bildstabilisator, was man bei dieser Brennweite normalerweise auch nicht braucht, ausser man möchte filmen. Aber genau aus diesem Grund wird Nikon hier vielleicht einmal die Gelegenheit für Modell-Upgrade nutzen. Es ist so ein Objektiv, das eigentlich immer tolle Bilder macht, die aber schon selber „etwas können“ müssen. Die Brennweite ist wenig spektakulär. Auf Effekt kann man damit nicht aus sein. Das Objektiv ist perfekt für Emotionen, an denen man dicht dran ist.

Nikon Nikkor 70-200mm f/2.8 (Link)

Dieses Objektiv haben die meisten Hochzeitsfotografen auf der zweiten Kamera. In der aktuellen Version hat es einen sehr guten Bildstabilisator, was im Telebereich auch wirklich nützlich ist. Die Bildqualität ist hervorragend (wie auch der Preis von über 2000,- EUR). Um dieses Objektiv kommt man als Profi aber kaum herum. Für Reportage und Porträts ist es gleichermassen gut geeignet. Ich habe es viel genutzt, um Brautpaaren beim Shooting etwas Platz zu lassen und trotzdem dicht dran zu sein. Aber natürlich auch bei Gästeporträts ist dieses Objektiv die richtige Wahl.

Fotografentyp 2: Festbrennweiten

Festbrennweiten sind Zoomobjektiven in der Bildqualität und in der Lichtstärke überlegen, brauchen aber einen Fotografen, der sich darauf einlässt und mit der Einschränkung in der Flexibilität umgehen kann und mag. Seit etwas über einem Jahr habe ich fast komplett auf Festbrennweiten umgesattelt und auch meinen Arbeitsstil entsprechend angepasst.

Meine Lieblingsbrennweiten sind 85mm und 35mm.

Nikon Nikkor 85mm f/1.4 (Link)

Das 85mm 1.4er von Nikon ist das Porträtobjektiv schlechthin. Es ist unglaublich lichtstark und lässt viel Spielraum bei der Gestaltung der Schärfentiefe.

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Aufnahme mit dem Nikkor 85 f/1.4

Nikon Nikkor 35mm f/1.8 (Link)

Das typische Reportageobjektiv. Es erfordert vom Fotografen, dicht an die Motive heranzugehen, belohnt dann aber durch entsprechend lebensnahe Bilder.

Zusammen mit dem 85mm-Objektiv kann man komplette Reportagen fotografieren, ohne das Objektiv wechseln zu müssen. Ich mache das inzwischen zwar mit spiegellosen Kameras, arbeite im Prinzip aber so bei 90% der Bilder aus meinen Hochzeitsreportagen (z.B. bei dieser hier).

Aktuell wird auch das noch lichtstärkere 35mm f/1.4-Objektiv von Sigma (Link) aus der „Art-Serie“ sehr gelobt. Ich persönlich habe Sigma aber vor vielen Jahren aus meinem Objektivsortiment entfernt und bisher keinen Anlass gehabt, das wieder zu ändern.

Weitere empfehlenswerte Objektive

Für Kameras im DX-Format, wie die D7100, D5300 (Link) und andere gibt es inzwischen ebenfalls professionelle Objektive mit guter optischer Qualität.

Um mit einem Zoom-Objektiv auch den Weitwinkel-Bereich abzudecken, eignet sich das Nikon Nikkor 16-35mm f/4 (Link). Viele Fotografen haben ja zwei Kameras, von denen nur eine einen Vollformat-Sensor hat und die andere im DX-Format arbeitet. Eine gute Kombination ist hier, auf der Crop-Kamera das 16-35mm f/4 einzusetzen und auf der Vollformat-Kamera ein längeres Teleobjektiv wie das 70-200mm f/2.8.

Das Nikon Nikkor 50mm f/1.8 (Link) gilt als das eigentliche Normalobjektiv für Vollformat und macht an einer Crop-Kamera auch als Porträtobjektiv eine sehr gute Figur. Dabei ist es im Vergleich zu allen anderen erwähnten Objektiven mit unter 200 EUR unglaublich preiswert. Fotografen, die bisher keine Festbrennweiten benutzen, können mit diesem Objektiv einmal ausprobieren, wie scharf ihre Fotos werden können. Die Qualität ist wirklich sehr gut.

Mein Tipp wäre der, sich – je nach individuellen Vorlieben und was für ein „Fotografentyp“ man ist – die passenden zwei bis drei Objektive auszusuchen, mit denen man dann leicht 80% – 90% aller Fotoaufgaben erledigen kann.

Mehr geht natürlich immer 😉