Als mich Yvonne und Mario anriefen, um mit mir den Termin für ein Familien-Fotoshooting zu vereinbaren, habe ich mich ganz besonders gefreut.

Die beiden haben 2011 auf Rügen geheiratet und ich war damals schon dabei und habe den Tag begleitet. Insofern wussten sie schon, wie ich arbeite und fanden die Idee, das zwanglose Konzept meiner Hochzeitsreportagen auch auf einen Urlaubstag auf Usedom anzuwenden, sofort gut.

So nahmen wir uns nicht speziell vor, besondere Fotos zu machen, sondern eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Ich besuchte die Familie mit dreien ihrer vier Kinder im Ferienhaus in Heringsdorf. Aus der kleinen Tochter von damals war eine junge Frau geworden und zwei kleine Jungs waren seit der Hochzeit neu dazugekommen. Läuft also 🙂

Kleine Kinder und große fremde Fotografen

Der kleine Henri war zunächst nicht so überzeugt, dass der grosse fremde Mann (das war ich), nicht vielleicht doch gefährlich ist. Er versteckte sich hinter Papas Bein und hatte keine Lust, sich von Papa oder Mama erklären zu lassen, dass das doch jetzt für die Fotos so sein müsse.

Meine Strategie ist dann diese: Ich sage, dass ich niemanden auf meine Bilder zwingen würde und wenn ein Kind nicht mit auf den Fotos sein möchte, dann muss es das auch nicht. Und ich sage das nicht nur, sondern meine das dann auch so. Denn Erwachsene, die irgendetwas sagen, und es dann doch nicht meinen, kennen die Kinder meistens zur Genüge.

Aber wenn dann mal einer kommt, der wirklich meint, was er sagt, dann wird man irgendwann auch neugierig. Und wenn alle Spaß haben beim Fotografieren, dann will man doch dabei sein und mitmachen. Kinder sind ja grundsätzlich offen und für Spaß zu haben.

Und es macht mich jedes Mal glücklich, wenn das wieder einmal funktioniert. Mein großer Dank geht dann auch immer an die Eltern, die sich darauf einlassen (ist ja ein Risiko), ohne doch irgendwann Druck bei den Kleinen zu machen. Schließlich hat man mich ja nicht gebucht, um am Ende nur einen Teil der Familie auf Fotos zu haben.

Für’s Protokoll: Es hat bisher ausnahmslos immer funktioniert. Manchmal dauert es eben ein bisschen. Deshalb mache ich ja Reportagen über eine gewisse Zeit und arbeite nicht nach der Stechuhr.

Das Konzept stammt in Wahrheit auch nicht von mir, sondern habe ich von Jesper Juul, dem großartigen dänischen Familientherapeuten, übernommen, dessen Bücher ich eine Zeit lang verschlungen habe.

Von drinnen nach draussen und wieder rein ins Warme

Nach den ersten Fotos im warmen Ferienhaus, machten wir uns auf den Weg an den Strand, wo man trotz kühler Temperaturen schon hervorragend im Sand buddeln konnte. Ein bisschen Bewegung ist eins meiner Geheimrezepte für ungezwungene Fotos.

Zum Aufwärmen ging es dann ins warme Café, wo bei Kaminfeuer und heisser Schokolade noch einige schöne Familienbilder entstanden, bevor wir uns müde und glücklich voneinander verabschiedeten. Und auf dem Parkplatz lud mich Henri dann auch noch zu seinem nächsten Geburtstag ein.

„Das machen wir jetzt regelmäßig!“

Nachdem ich die Bilder neulich verschickt hatte, bekam ich die Rückmeldung: „Das machen wir jetzt regelmässig alle zwei Jahre. Du wirst uns also nicht so schnell los…“ Will ich gar nicht. Das macht Spaß mit euch!

Als Ergebnis hatten wir viele, tolle und lebendige Fotos, von denen ich einige in einem kleinen Buch zusammen gefasst habe:

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