Nach etwas Zögern habe ich mir das 99,- EUR teure V-Log L Update für meine Panasonic Lumix GH4 geleistet.

In diesem Artikel möchte ich kurz erläutern, was das überhaupt ist und warum ich dafür Geld ausgegeben habe.

Außerdem möchte ich den Kauf- und Aktivierungsprozess beschreiben. Denn den hat Panasonic maximal geheimnisvoll gestaltet.

Was macht V-Log L?

Vlog-L GH4 DELUT ungradedDas neue V-Log L Format erweitert den Dynamikumfang der Panasonic Lumix GH4 bei Videoaufnahmen von 10 auf 12 Blendenstufen. Es ist damit möglich, bei kontrastreichen Lichtverhältnissen zu filmen, ohne Tiefen oder Lichter zu verlieren.

Gleichzeitig erzeugt die Kamera in diesem Format Videos, die dem von Varicam-Kameras, sehr ähnlich sind, die im Filmgeschäft weit verbreitet sein sollen. Für mich ist das nicht so relevant, erklärt mir aber das V im V-Log. Das L dürfte sich wiederum von Lumix ableiten. Und selbst wenn das nicht stimmt, ist es eine gute Eselsbrücke.

Das V-Log L Format wird in der Kamera in Form eines Bildstiles eingestellt. Neben Standard, Vivid, Cinelike-D usw. gibt es also dann auch V-Log L. Das Ergebnis im Display sind unnatürlich farb- und kontrastlose Bilder, die erst in der Nachbearbeitung wieder zum Leben erweckt werden müssen.

Wer also seinen Film direkt fertig aus der Kamera laden möchte, kann mit V-Log L nichts anfangen.

Zur Rückumwandlung in lebendige Bilder nutzt man sog. LUT-Profile in professionellen Video-Schnittprogrammen, die die blassen Farben in kräftige umsetzen. Ein solches Profil kann man direkt bei Panasonic downloaden. Von verschiedenen Filmemachern, die V-Log L bereits früher testen konnten, gibt es außerdem alternative Profile zu kaufen.

Wie aktiviert man V-Log L an der Panasonic Lumix GH4?

Die V-Log L Funktion steckt seit Version 2.3 in der Firmware der Panasonic Lumix GH4. Sie ist allerdings nicht standardmäßig verfügbar, sondern muss über einen kostenpflichtigen Schlüssel aktiviert werden.

Eine Zeit lang war es möglich, die Funktion, dank eines Programmfehlers auch ohne Bezahlung zu aktivieren. Aber diese Lücke hat Panasonic recht schnell geschlossen. So kam es aber zu vielen Berichten über V-Log L zu Zeiten, als das Feature offiziell noch gar nicht verfügbar sein sollte. Vielleicht doch kein so großer Marketingfehler von Panasonic. Bei mir hat es gewirkt.

Der offizielle Weg ist dieser

panasonic gh4 update schlüssel im schwarzen umschlagMan bestellt das Update bei einem Händler und bekommt einen Karton, in dem ein Karton ist, in dem ein geheimnisvoller schwarzer Umschlag ist, in dem sich eine Pappkarte befindet, auf der ein Code aufgeklebt ist. Sowas wäre technisch natürlich auch per Download möglich, aber Panasonic scheint das so spannender zu finden. Verpackungsmässig hätte ich für 99 EUR plus Versandkosten dann wenigstens ein Unboxing-Erlebnis wie bei Apple erwartet. Bei Panasonic sah man das anscheinend nicht so. Alle Kartons und auch die Code-Karte sind billig und hässlich.

Weiter geht es mit der Aktivierung in der Kamera

Die ist im beiliegenden Handbuch gut beschrieben und nur ein bisschen kompliziert.

Zuerst speichert man die Seriennummer der Kamera über eine Menüfunktion auf der SD-Karte in der Kamera. Dann lädt man diese Seriennummern-Datei auf einer geheimen Registrierungswebseite hoch und bekommt dafür eine Aktivierungsdatei zurück, die man wiederum auf der SD-Kartei speichert und in die Kamera steckt. Dort kann man dann die Aktivierung vollenden.

Soweit ist das alles in der Anleitung gut beschrieben. Man muss es wirklich nur Schritt für Schritt abarbeiten.

Für mich hatte die Sache nur einen kleinen Haken: Der Code auf der Karte ist in Vierergruppen mit Bindestrichen aufgeschrieben. Also so: XXXX-YYYY-UUUU-…

Eingeben soll man den Code aber ohne die Bindestriche, was ich nicht beachtet hatte und bei der Meldung, der Code sei falsch, gleich mal Schweißperlen auf meiner Stirn entstehen ließ. Aber im zweiten Versuch klappte es.

Nach erfolgreicher Aktivierung kann man im Kamera-Menü eine „Aktivierungsliste“ aufrufen, die einem die aktivierten Zusatzfunktionen, also V-Log L, anzeigt. Panasonic scheint sich hier aber die Möglichkeit für weitere kostenpflichtige Updates geschaffen zu haben. Sonst würde das nicht Aktivierungsliste heissen.

In Kürze werde ich von den ersten Ergebnissen mit V-Log L berichten können. Ich muss ja zugeben, dass ein großer Teil meines Kaufentscheides schiere Neugier war. Mal sehen, ob damit wirklich bessere Filmaufnahmen zu machen sind.

So sieht es aus, wenn man die Aufnahme nicht bearbeitet:

Vlog-L GH4 ungraded video