Update: Patona Fremdhersteller Akkus in Olympus E-M1 und E-M5 II

Ich verwende inzwischen seit etwas über einem Jahr sowohl Original-Akkus von Olympus als auch günstigere Akkus von Patona. Ein detaillierter Akkuvergleich aus technischer Sicht im Blog von Reinhard Wagner ist für mich Anlass, über das Thema wieder einmal nachzudenken und zu einem Fazit zu kommen.

In diesem Artikel aus dem letzten Jahr habe ich erwähnt, dass ich bei Amazon auf günstige Alternativ-Akkus für meine Olympus OM-D E-M1 und E-M5 Mark II gestossen bin.

Patona Akku für Olympus statt BLN-1Was dem normalen Nutzer (wie auch mir) üblicherweise vorenthalten bleibt, nämlich das technische Innenleben von Dritthersteller-Akkus, hat Reinhard Wagner in seinem Blogartikel einmal kritisch unter die Lupe genommen. Und er findet dort durchaus signifikante technische Unterschiede. Es ist also nicht so, wie oft vermutet wird, dass Olympus einfach die gleichen Akkus unter seinem Namen teuer verkauft, die man unter anderem Namen auch billiger haben kann.

Für mich waren diese Details so interessant, dass ich seinen Artikel gerne auch in meinem Blog erwähnt und verlinkt wissen wollte, auch wenn ich sein Gesamturteil, schon aufgrund meiner ausführlichen Praxiserfahrung, nicht vollständig teile.

Im Detail geht es um den Alternativ-Akku von Patona im Vergleich zum Original BLN-1 Akku von Olympus. Der Akku wird in verschiedenen Kameramodellen verwendet. Bei mir in der E-M1 und der E-M5 II. Und ich bin froh, dass Olympus sich hier für eine einheitliche Bauform entschieden hat, so dass ich einfach blind in die Akkutasche greifen und den Akku tauschen kann, gleich in welcher Kamera er zuerst leer ist.

Zwischen dem Patona-Akku und dem Original Olympus-Akku liegt ein deutlicher Preisunterschied. Der Patona Akku kostet in der neuerdings erhältlichen Premiumversion 18,90 EUR (hier bei Amazon). Das Original von Olympus (Modell BLN-1) dagegen satte 53,- EUR (hier bei Amazon).

Was ich aus Reinhards Artikel über den Unterschied zwischen Patona und Olympus Akkus gelernt habe

  • Patona verwendet Akkus des chinesischen Herstellers TMB, der wiederum auch diverse andere Dritthersteller beliefert
  • Olympus verwendet Akkus von Sanyo
  • In so einem kleinen Akkugehäuse befindet sich neben den Batteriezellen auch noch eine kleine Platine mit elektronischen Bauteilen, die das Laden und Entladen des Akkus steuert. Hier gibt es größere Unterschiede zwischen Olympus und Patona:
    • Der Original-Akku kommuniziert Ladestand und Zustand des Akkus über zusätzliche Kontakte sowohl zum Original-Ladegerät, als auch zur Kamera. Bei Patona sind die Zusatzkontakte zwar am Gehäuse vorhanden, intern aber nicht belegt. Diese Funktionen stehen also nicht zur Verfügung.
    • Weiterhin fehlt im Patona die temperaturabhängige Schutzfunktion vor Überhitzung bzw. Tiefentladung. Das kann zu Gefahren führen.
    • Die Patona-Akkus haben von Haus aus eine etwas geringere Kapazität als die Original-Akkus von Olympus.

Reinhards Fazit ist da sehr deutlich: Er rät von der Benutzung kategorisch ab.

Ich bin dankbar für die detaillierte technische Erklärung, die in diesem Artikel geliefert wird. Mir war klar, dass solch ein Preisunterschied nicht einfach am Namen liegen könnte. Nun kenne ich die Hintergründe und kann besser verstehen, was die höheren Kosten bei Olympus ausmacht.

Aus technischer Sicht ist der Olympus-Akku also klar besser. Und nicht nur das, er verfügt auch über Sicherheitsfunktionen, die der Patona gar nicht mitbringt. Olympus würde sicher nicht grundlos eine aufwändige Schutzschaltung in seine Akkus einbauen, wenn es nicht auch ein Risiko gäbe, das diese Bauteile nötig macht.

Doch wie sieht das in der Praxis aus?

Nach etwas über einem Jahr im Einsatz bei diversen Hochzeiten mit Foto und Video sind meine Beobachtungen diese:

  • Über den Tag verbrauche ich durchaus mal 6 Akkus oder mehr in meinen beiden Kameras, egal ob Original oder Fremdakku.
  • Bei 3 Stunden Ladezeit gibt es keine Chance, Akkus im Wechsel zu verwenden, was z.B. bei meiner Nikon früher kein Problem war. Bei meinen Olympus-Kameras sind die Akkus generell deutlich schneller leer, als man sie nachladen kann.
  • Die Patona-Akkus sind schneller leer als die von Olympus, aber nicht sehr viel schneller (gemessen habe ich es nicht). Mit zunehmendem Alter wird der Unterschied größer als am Anfang, wenn der Akku neu ist.
  • Wenn ein Patona-Akku leer ist, passiert es sehr plötzlich, weil er sich vorher nicht mit der Kamera über seinen Zustand austauscht. Ich verwende die Patonas daher ausschließlich im Batteriegriff und in der Kamera einen Olympus-Akku als Backup. Sonst könnte mir die Kamera plötzlich komplett ausfallen und das wäre bei Hochzeiten ungünstig. So kann ich aber einfach mit dem Akku in der Kamera weiter fotografieren, bis ich Gelegenheit habe, den Akku im Batteriegriff auszutauschen. Auf diese Weise komme ich gut über den Tag.

Reinhard weist in seinem Artikel darauf hin, dass eine schonende Nutzung des Akkus das Risiko sicherlich verringert. Ich habe dieses offenbar intuitiv bereits berücksichtigt und deshalb keine größeren Probleme mit Patona Akkus gehabt (abgesehen von der plötzlichen Leerstandanzeige).

Meine Tipps für die Verwendung von Fremdakkus

Aus der Kombination meiner Praxiserfahrung mit den technischen Hinweisen von Reinhard würde ich daher folgende Tipps geben (und arbeite auch selbst so):

  • Über das Risiko von Fremdakkus sollte man sich im Klaren sein. Es ist ist statistisch vorhanden. Allerdings kenne ich keinen Praxisfall, in dem ein Patona-Akku einmal in Flammen aufgegangen wäre oder die Kamera beschädigt hätte. Aber ich suche auch nicht akribisch danach, sondern beobachte meine Akkus gut.
  • Ich beobachte Akkus im Ladegerät genau und achte besonders darauf, ob sie auffällig heiss werden. Solche werden sofort aussortiert.
  • Akkus, die sich sehr schnell entladen, sortiere ich ebenfalls aus.
  • Ich verwende Fremdakkus nur im Batteriegriff und nicht direkt in der Kamera.
  • Ich lade Akkus nur noch schonend im Olympus-Ladegerät und nicht (mehr) im günstigen von Bundlestar, auch wenn es schneller ist.

Fazit

Mit Hilfe der Infos aus dem Artikel von Reinhard konnte ich mein Akku-Handling noch einmal verbessern.

Ich überlege bei jeder Investition, ob sie sinnvoll ist, meine Kunden glücklicher oder meine Bilder besser macht oder den Spaßfaktor für mich erhöht.

Unter Berücksichtigung meiner oben genannten Tipps werde ich daher weiter eine Kombination aus Olympus und Patona Akkus verwenden.

 

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By | 2016-08-24T12:15:46+00:00 24. August 2016|Ausrüstungstipps|2 Comments

About the Author:

Die Mischung von Fotografie und Film, also Foto-Video-Fusion, hat sich zu einem meiner Schwerpunkte entwickelt.

Als Hochzeitsfotograf und Filmer bin ich in Hamburg und häufig auf Rügen und Hiddensee unterwegs, wo ich einige Zeit gewohnt habe.

Neben den Menschen liebe ich auch die Natur und Tiere, so dass ich mich besonders freue, wenn ich mit meinen Paaren Zeit in der Natur verbringen kann.

In meiner Freizeit schreibe ich gerne, sowohl im Blog als auch in Büchern. Meine Fachbücher sind im Buchhandel und online erhältlich.

2 Comments

  1. Reinhard Wagner 24. August 2016 at 10:53 - Reply

    Hallo Hendrik,
    Danke für den Link – Reichweite ist alles … 😉 Aber überleg Dir mal, eventuell auf Quenox umzustellen. Die werden von Enjoyyour….. vertrieben und kosten deutlich weniger als die Patona. Es ist aber exakt der gleiche Inhalt. Meines Wissens die günstigste Alternative. Patona und Ansmann sind baugleich zum Quenox – kommen also aus der gleichen Fabrik – kosten aber fast das Doppelte bzw. Dreifache. Kuckst Du: http://pen-and-tell.blogspot.de/2016/08/letzter-teil-der-akkuschlachterei.html

    • Hendrik 24. August 2016 at 11:52 - Reply

      Hallo Reinhard,
      cool, danke für den Tipp! Dann probiere ich doch mal die von Quenox. Bei Drittherstellern muss ich nicht unbedingt auch noch markentreu sein ,-)

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