Als Fotograf und Filmer sind digitale Daten neben den Aufnahmegeräten mein wichtigstes Kapital. Daher bin ich auch ständig bemüht, die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen. Nach der Anschaffung eines NAS-Speichersystems für mehr Festplattensicherheit, ist nun eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der nächste Schritt.

Meine Erfahrungen bei der Installation der USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) von APC möchte ich hier gerne teilen. Ich selbst freue mich immer, wenn ich konkrete Hinweise zu technischen Geräten im Netz finde. Also teile ich gerne auch.

Ein paar Grundlagen vorab.

Was ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung?

APC Back-UPS Unterbrechungsfreie Stromversorgung mit 8 StromausgängenGanz einfach ausgedrückt: Eine Mehrfachsteckdose mit einem eingebauten Akku.

Im Detail hat sie allerdings sogar ein bisschen Intelligenz, was den Einsatz wirklich schön macht.

Zum Beispiel kann sie über eine Master-Slave-Funktion andere Geräte mit an oder abschalten, wenn das Hauptgerät an- oder ausgeschaltet wird. Das hilft beim Stromsparen, besonders bei Geräten, die keinen eigenen Schalter haben oder die man sonst nicht gerne per Hand ausschalten würde. Bei mir zum Beispiel der Monitor. Der ist immer in Stand-by.

Warum eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)?

Das bisher letzte Mal, dass ich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung schätzen lernte, war in einem IT-Projekt in Indien. Da fiel öfter mal der Strom aus und der gesamte PC-Schulungsraum war dann über eine USV abgesichert, so dass die Rechner nicht direkt mit einem Blitzschlag ausfielen, sondern noch ein paar Minuten Saft hatten, um sie ordentlich herunter zu fahren. Meist war in der Zwischenzeit der Strom aber auch schon wieder da und man konnte einfach ohne Unterbrechung weiter arbeiten.

Aber auch in Deutschland fällt mitunter der Strom aus. In diesem Sommer hatten wir in Greifswald mehrere längere und kürzere Stromausfälle, weil bei Bauarbeiten jemand ein Kabel beschädigt hatte und so den ganzen Stromkreislauf ausser Gefecht setzte.

Zuhause arbeite ich viel am Laptop und merke davon dann gar nichts, weil der eingebaute Akku einfach die Stromversorgung übernimmt.

An meinem Büro-PC sieht die Sache leider anders aus. Da wird dann plötzlich der Bildschirm schwarz und im dümmsten Fall werden sogar die Daten beschädigt oder gehen verloren, an denen man gerade gearbeitet hat. Mitunter fährt der PC anschließend nicht mehr richtig hoch oder Windows muss sich erstmal wieder selber reparieren.

Noch ernster ist die Lage, seit ich meine Daten auf einem NAS, also einem separaten Speichersystem, ablege, das zwar sicher vor Datenverlusten durch Schäden an Festplatten ist, aber nicht sicher vor Stromausfällen. Fällt das Gerät durch einen Stromausfall aus, bleibt es anschließend aus, bis jemand kommt und es wieder hoch fährt. Da ich auf meine Daten im NAS auch von unterwegs zugreifen möchte, wenn ich auf Reisen bin, wäre das aber nicht so günstig bei einem Stromausfall.

Ich verwende übrigens ein Synology DS412+ NAS und bin damit sehr zufrieden.

Was macht eine USV mit einem NAS?

Die Antwort auf mein Problem ist eine intelligente unterbrechungsfreie Stromversorgung.

In Zusammenarbeit mit meinem NAS von Synology, kann die APC Back-UPS ES 700 folgendes:

  • Bei einem Stromausfall übernimmt der eingebaute Akku die Stromversorgung
  • Geht der Akku ebenfalls zur Neige, fährt sie das NAS geordnet herunter
  • Wenn der Strom wieder da ist, startet sie das NAS automatisch wieder

Für mich sind das also zwei ganz wichtige Faktoren:

  1. Ich kann keine Daten verlieren
  2. Ich muss nicht da sein, um das NAS nach dem Stromausfall wieder einzuschalten (wenn es überhaupt zur Abschaltung kommt)

Wie sie das macht? Indem USV und NAS über das mitgelieferte Datenkabel miteinander kommunizieren, wenn der Strom knapp wird.

NAS und USV müssen dazu kompatibel sein. Ich habe mich daher auch bei der USV für den Marktführer, die Firma APC entschieden. Nach kurzer Recherche im Netz fand ich heraus, dass das Modell APC Back-UPS ES550 oder 700 für meine Zwecke am besten geeignet sein müsste. 550 oder 700 gibt dabei die Akkuleistung an. Ich habe mich für 10 EUR Aufpreis für die höhere Leistung entschieden, damit ich auch meinen PC guten Gewissens mit versorgen kann. Exakte Stromverbrauchsmessungen habe ich aber vorher nicht angestellt, sondern den Berichten anderer User auf Amazon vertraut.

Wenn der Akku mal alt wird, kann man ihn einzeln nachkaufen und problemlos austauschen. Das Gerät weist übrigens darauf hin, wenn es so weit ist. Da braucht man sich also keine Sorgen zu machen, dass es einfach ausfällt.

Die APC Back-UPS ES 700 kostet bei Amazon rund 82 EUR, was ich für die gebotene Leistung (und das Sicherheitsgefühl) sehr günstig fand.

Hinweise zum Inbetriebnehmen der APC Back-UPS ES 700

Die Gebrauchsanweisung von APC ist sehr gut, auf Deutsch sehr verständlich und dabei kurz gehalten. Man sollte die drei Seiten unbedingt und von vorne bis hinten lesen. Ich wiederhole sie hier nicht. Aber hier ist ein Link zur Downloadseite von APC.

Ein Aufkleber weist darauf hin, dass die Batterie noch nicht angeschlossen ist

Ein Aufkleber weist darauf hin, dass die Batterie noch nicht angeschlossen ist

Vor dem Einschalten muss man die Batterie anschließen, die aus Sicherheitsgründen getrennt ausgeliefert wird. D.h., der Akku befindet sich zwar schon im Gerät, eins der beiden Kabel ist aber nicht angeschlossen. Ein dicker gelber Aufkleber weist darauf hin.

Das Anschließen des Kabels ist ein bisschen hakelig, auch weil es nicht sehr lang ist und der Akku sehr schwer. Am besten stellt man das Gerät dabei auf die Seite, wie in meinem Foto gezeigt.

Das Batteriefach ist stabil und braucht etwas Kraft beim Öffnen

Das Batteriefach ist stabil und braucht etwas Kraft beim Öffnen

 

Das Kabel für den Batterieanschluss ist kurz, so dass der Anschluss etwas Fingerspitzengefühl braucht. Dafür sitzt er dann sicher und passt gut ins Gehäuse.

Das Kabel für den Batterieanschluss ist kurz, so dass der Anschluss etwas Fingerspitzengefühl braucht. Dafür sitzt er dann sicher und passt gut ins Gehäuse.

Das Gerät sollte dann zunächst nur zum Aufladen an eine Steckdose angeschlossen werden, damit der Akku sich innerhalb von 16 Stunden einmal vollständig aufladen kann. Gibt man ihm diese Zeit nicht, entfaltet er möglicherweise nicht die volle Leistung.

Das ist der aktuelle Stand – das Gerät lädt. Und ich kann demnächst berichten, wie sich die weitere Installation und Verbindung mit dem NAS gestaltet.