Im Rahmen meiner „Tuesday-Tips“ heute eine Anregung für Fotografen, die sich neu mit Porträtfotografie beschäftigen. Der hat auch mal überhaupt nichts mit Technik zu tun.

Unten zeige ich zwei Bilder aus einem Porträtshooting mit Charlie. Sie brauchte mal wieder ein paar Fotos von sich und ich nutze solche Gelegenheiten gerne, um mal wieder mit klassischen Lichtsetups auf engstem Raum zu experimentieren. Um die soll es aber heute nicht gehen, sondern um die Körpersprache.

In den beiden Beispielbildern fiel uns das beim Durchsehen extrem auf, weil zwischen den beiden Bildern sonst nichts passierte, ausser dass Charlie „Haltung an nahm“.

Natürlich sieht Charlie auf beiden Bildern gut aus. Aber das zweite Bild hat deutlich mehr Spannung. Und das erreicht sie durch eine leichte Änderung der Körperhaltung.

Die linke Schulter wurde leicht nach vorne gedreht. Das bringt Spannung in alle Linien. Die Schulterpartie, das Kinn, der Rücken sind alle leicht gegeneinander verdreht. Das erzeugt buchstäblich mehr Spannung. Dazu ist das Kinn leicht gesenkt und nach vorne gerichtet. Ein kleiner Trick für ein markanteres Profil, der bei Männern und Frauen gleichermaßen funktioniert.

Die australische Star-Fotografin Sue Bryce bearbeitet ihre Modelle fast ununterbrochen mit der Anweisung „chin forward and down“ („Kinn nach vorne und tiefer“). Der Erfolg gibt ihr Recht und belohnt die Geduld ihrer Modelle mit großartigen Porträts. Ihre Webseite zeigt viele tolle Fotos und ist unbedingt einen Klick wert.