Es gibt Gelegenheiten, da wünscht man sich ein Videoschnittprogramm, das einfach mal schnell und einfach etwas Ansprechendes zusammenzaubert. Möglichst automatisch und dann bitte cool aussehen.

Die Überbleibsel meines Covershootings mit Nadja und ihren Hunden waren so eine Gelegenheit.

cover_filmen_mit_systemkameras_roggemannWährend ich in meinem Buch „Filmen mit Systemkameras“ darauf eingehe, wie man planvoll filmt und mit Bedacht schneidet, habe ich das selbst während meines Covershootings für das Buch nicht beachtet. Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich ja ein Coverfoto machen wollte (was uns bestens gelang) und die zusätzlichen Kameras eigentlich nur als Deko gedacht waren. Dennoch habe ich einige Sequenzen gefilmt, die ich anschließend zu schade fand, um sie zu löschen. Aber einen echten Zusammenhang gab es eben auch nicht.

Für sowas gibt es inzwischen schöne Apps auf dem Smartphone. Aber auf einem Windows PC sah es da bisher eher mau aus.

Nun habe ich auf diese Frage eine Antwort mit dem Programm Magix Video Deluxe 2016 (Link) gefunden.

Schnell_mit_Magix_Video_Screenshot

Magix Video Deluxe ist ein Video-Schnittprogramm für Einsteiger aber auch Fortgeschrittene. Und auch ich habe damit meine ersten Schritte im Videoschnitt gemacht, bis ich dann auf eine Profi-Software mit noch mehr Möglichkeiten (Premiere Pro) umgestiegen bin. Was ich bei Magix aber immer klasse fand, waren die Automatikfunktionen, mit denen man in kürzester Zeit schicke Filme bauen konnte.

Die Firma Magix hat mir nun die aktuelle Version „Magix Video Deluxe 2016“ zum Testen zur Verfügung gestellt und ich habe mich gleich mal auf die neuen Filmvorlagen gestürzt.

Einen guten Anlass gab es auch. Denn Nadja, die nun das Cover meines Buches ziert, fragte mich kürzlich, was denn eigentlich aus den Videosequenzen geworden wäre, die wir parallel zum Fotoshooting in der Wiese mit ihren Hunden gemacht hätten. Tja, … ich hatte ja, wie oben erwähnt, kein echtes Konzept für Film gehabt und damals gerade mein Glidecam Schwebestativ neu, womit auch nicht alles auf Anhieb funktioniert hatte. Aber das schien mir nicht die ideale Antwort für mein zweifaches Covermodell zu sein (auf meinem ersten Buch, ist sie auch schon drauf). Also musste ich noch „irgendwas“ für sie rausholen können.

Die Filmvorlagen in Magix Video Deluxe

Auf die normalen Schnittfunktionen von Magix Video Deluxe will ich in diesem Artikel gar nicht eingehen. Natürlich gibt es sie und wer will, kann mit Magix auch ganz konventionell seinen Film Stück für Stück selber zusammen setzen.

Eine Filmvorlage ist so ähnlich wie ein Malbuch zum Ausmalen.

Magix_Filmvorlagen_1

Die Länge, Musik und Schnittfolge der Bilder ist schon vorgegeben. Man malt sie nur mit eigenen Videoclips aus. Dass die Schnitte und die Musik auf jeden Fall zusammen passen, ist schon mal die halbe Miete.

Im Auswahlfenster kann man sich durch die Vorlagen durchklicken und sich eine fertige Vorschau ansehen und hören. Dann wählt man die, die einem am besten gefällt. Viele Vorlagen arbeiten mit schneller Musik und schnellen Schnitten, besonders geeignet für die Benutzer von Action-Cams und praktisch, wenn man kaschieren will, dass man eigentlich ohne Plan gefilmt hat. Ich wollte es für meinen frischen Sommerfilm etwas entspannter und habe mich für die Vorlage „Balkony“ entschieden (nettes „Denglisch“ übrigens).

Magix_Filmvorlagen_Platzhalter

Hat man eine Vorlage ausgewählt, bekommt man viele Platzhalter angezeigt, in die man dann seine Videoclips platzieren kann. Die Symbole zeigen an, dass man idealerweise unterschiedliche Einstellungen verwenden sollte, um den Film abwechslungsreicher zu gestalten. Neben dem Fenster mit den Platzhaltern findet man noch genauere Informationen. Lustigerweise stimmen die Bilder und der Beschreibungstext nicht überein. So steht das Bild mit den drei Männchen mal für die Einstellung „Weit“, mal für „Nah“, „Totale“ oder „Detail“. Das scheint eher zufällig zu sein.

Man muss sich aber eigentlich auch an gar nichts halten und kann sich die Vorlage auch voll automatisch füllen lassen. Genau das habe ich getan. Man markiert im Importfenster alle Clips, die für den Film in Frage kommen und zieht sie dann mit der Maus in den unteren Fensterbereich mit den Platzhalter-Symbolen. Es erscheint eine Markierung im unteren Bildschirmdrittel, in dem man die Clips fallen lassen soll, um den Film automatisch befüllen zu lassen.

Magix_Filmvorlagen_ganzer_Bildschirm

Wenn einem das Ergebnis gar nicht gefällt, kann man das beliebig oft wiederholen, indem man den Button „Neu anwenden“ anklickt. Hat man ein Grundgerüst, mit dem man weiter arbeiten will, geht es ans Finetuning.

Magix_Filmvorlagen_Finetuning

Man kann nun jeden Platzhalter einzeln anklicken, und den dort ausgewählten Clip anders positionieren oder nochmal austauschen.

Mit dem ersten und dem letzten Platzhalter definiert man den Titel und das Outro, also die Schlusseinblendung des Films. Dazu gibt man einfach den Text in das Seitenfenster ein, wählt eine Schriftart aus und ist fertig.

Wenn man möchte. In diesem Fall wählt man im Menü über Export das gewünschte Dateiformat und lässt sich den fertigen Film erstellen.

Magix_Filmvorlagen_weiter_bearbeitenMan kann nun aber auch auf den kleinen Haken am rechten Bildrand klicken und den Film in die „normale“ Videobearbeitung übergeben.

Dort kann man nun die Belichtung der Clips korrigieren, den Farblook verändern, die Dauer der Übergänge, etc.

Dazu gleich.

Hier aber zunächst die Variante, ohne weitere Änderungen, direkt aus der Automatik.

Film weiter bearbeiten

Die Clips werden in der Filmvorlage ja zunächst nur elegant aneinander geschnitten, sind aber sonst in keiner Weise korrigiert. Das macht man dann im normalen Bearbeitungsfenster, wo man sich in üblicher Weise Clip für Clip durch den Film arbeitet und Belichtungen und Farben individuell korrigiert. An den Schnitten wird man normalerweise nichts mehr ändern, denn sonst hätte man sich die Filmvorlage auch sparen können.

Magix_Filmvorlagen_weiter_im_Schnitt

Anders als in Profiprogrammen gibt es in Magix keine Einstellungsebenen, mit denen man bestimmten Bereichen einen bestimmten Look zuweisen kann. Aber es gibt immerhin die Möglichkeit, dem ganzen Film einen Look zu verpassen, ohne dass man dafür jeden einzelnen Clip anfassen muss.

Dazu klickt man im Menü „Effekte“ auf „Effekteinstellungen Film…“ und kann dann Farbe und Kontraste für den gesamten Film einstellen.

Magix_Filmeinstellungen

Ich habe den Kontrast etwas erhöht und die Farbe leicht zum gelblichen hin verschoben, um den Film etwas wärmer wirken zu lassen. Auch die Sättigung habe ich noch etwas erhöht.

Außerdem habe ich nochmal die Schriften und das Outro verändert, indem ich einfach auf den ersten bzw. letzten Clip geklickt und „Titel“ ausgewählt habe. Dort konnte ich alles sehr einfach bearbeiten.

Den fertigen Film exportieren

Über das Menü „Datei“ -> „Film exportieren“ hat man die Möglichkeit, den fertigen Film in vielen Formaten auszugeben. Für den Upload auf Youtube und Co. eignet sich das MP4-Format besonders gut.

Magix_Video_MP4_Export

Und so wäre dann der ganze Film in vielleicht 20 Minuten fertig gewesen, wenn ich mal die Zeit fürs Ausprobieren und nebenbei Bloggen abziehe. (Das waren etwa 4 Stunden… 😉 )

So ist eine schöne Erinnerung an einen fröhlichen Sommernachmittag entstanden. Nicht für Hollywood, aber für den privaten Gebrauch finde ich es prima.

Hier also Version 2:

Mein Tipp

Wer eine Software sucht, um schnell und unkompliziert Videos zu schneiden oder sich in das Thema einzuarbeiten, macht mit Magix Video Deluxe für derzeit unter 90 EUR (hier bei Amazon) nichts verkehrt. Es gibt verschiedene Ausführungen, von Basic über Plus bis Premium. Die Filmvorlagen sind ab der Plus-Version enthalten und gehören zum sog. Action-Cam-Support.