Mike Andersen und Band live in Greifswald 2015Wenn mir bei einem Konzert zwischendurch die Tränen kommen, weil es so schön ist, dann weiß ich, dass es sich gelohnt hat, nicht müde auf dem Sofa geblieben zu sein.

Der Auftritt von Mike Andersen und seiner Band hat mich fast ein bisschen fassungslos hinterlassen. So gut war das. Und so wenige kamen hin.

Außer mir ging es auch anderen im Publikum so. Man konnte teilweise nur staunend mit dem Kopf schütteln, wollte sich kneifen, um zu sehen, ob man träumt.

Da steht man inmitten einer spärlichen Gruppe handverlesener Musikfans vor der Bühne im Sótano und die Band rockt das Ding, dass einem Hören und Sehen vergeht. Ähnlich abgegangen bin ich zuletzt bei Ben Poole. Aber da war der Laden auch brechend voll gewesen. Gestern waren die Greifswalder noch mit dem Kater des verkaufsoffenen Sonntags, Fleischervorstadt-Flohmarkt und Kinderfest beschäftigt. Und ich kann nur sagen liebe Couchpotatoes: Ihr habt wirklich was verpasst.

Andererseits bin ich natürlich froh. Denn so nah und ungestört werde ich Mike Andersen wahrscheinlich nie wieder vor die Kamera bekommen.

Es war mir musikalisch und fotografisch ein Fest.

Mike-Andersen-Home-Cover

Seine fünfte CD „Home“ ist gerade erschienen

Wer das eigentlich ist, dieser Mike Andersen? Ein Gitarrist und Sänger aus Dänemark. Der Stil liegt zwischen traditionellem R&B und Soul, mich erinnert seine Stimme an Marc Cohn, was aber sonst noch keiner geschrieben hat, also ist das vielleicht nur mein Eindruck. Die Songs sind eingängig, sehr groovig und könnten ohne weiteres auch im Radio laufen. Was sie in Dänemark auch tun, wo Mike Andersen schon lange in der Musikszene etabliert ist.

Inzwischen hat er schon fünf Alben produziert und ist mit dem neusten nun auf Deutschlandtournee. Nächste Woche geht es in Berlin weiter.

Und das ist auch noch so eine Sache: der Tourplan. Liest sich so: Paderborn, Dortmund, Hamburg, Dresden, Greifswald, Berlin, Köln.

Finde den Fehler. Nein, nicht den Fehler. Ein Riesenglück für uns in Greifswald. Aber Glück trifft es auch nicht. Denn das ist einfach gute Arbeit, die Christoph, der Konzertmanager des Sótano da macht. Der holt uns Konzerte nach Greifswald, die passieren sonst einfach nicht in Kleinstädten. Danke dafür!

Natürlich hat Greifswald auch ein tolles, mitunter fachkundiges und später sehr treues Publikum. Vielleicht hat sich das sogar schon ein bisschen herum gesprochen.

Wie Mike Andersen mir nach dem Konzert bestätigt hat, haben kleine Clubkonzerte wie dieses auch für die Musiker einen besonderen Charme. Es geht intimer zu, die Stimmung ist teilweise intensiver als in großen Arenen. Da haben wir Glück, dass Greifswald so praktisch auf dem Weg liegt, dass man es auf einer Deutschland-Tour gerne mal mitnimmt, notfalls eben an einem Sonntag.

Wer in die CD mal reinhören oder sie kaufen will, kann das hier bei Amazon tun.

Und weil die Bandmusiker viel zu selten erwähnt werden, hier einmal in voller Länge (sie waren alle ganz großartig!):

Mike Andersen: vocals & guitar
Johannes Nørrelykke: guitar & vocals
Kristian Fogh: keys & vocals
Kristian Kold: bass
Jens Kristian Dam: drums

Hier meine Konzertimpressionen (anklicken zum Vergrößern!):