Nachlese zur Veranstaltung „Vom Fotografieren leben 2016“

Am 13.03.2016 war es endlich so weit und wir trafen uns zur Veranstaltung „Vom Fotografieren leben“, auf der ich als Referent gebucht war und im Vorfeld vieles mit geplant und organisiert hatte.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, sofern ich das Feedback der Teilnehmer so auffassen darf. Die Stimmung in der eigens eingerichteten Facebookgruppe war auch Tage später noch energiegeladen und viele machten sich direkt voller Tatendrang ans Werk, um die Dinge umzusetzen, die sie als persönliche Hausaufgaben mitgenommen hatten.

Ich war offen gestanden ziemlich nervös in den Tagen davor und hatte in der Nacht nicht lange geschlafen. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich vor Gruppen notfalls auch ohne viel Vorbereitung ganz gut über die Runden komme. Aber dieses Mal hatte ich einfach ZUVIEL nachgedacht. Ich kenne zwar den Hauptorganisator Michael Omori Kirchner von Creativebiz schon lange und gut. Aber bei den drei anderen wusste ich nicht, was das für Menschen sind und was sie zum Schwerpunkt ihrer Vorträge machen würden. Sie waren auch Fotografen und hatten sich auch aus ganz anderen Berufen dahin entwickelt und sich schließlich selbstständig gemacht. Aber das war auch ungefähr alles, was ich wusste. ( Dirk BeichertAndreas Bender und André Heinermann waren das.)

Hendrik Roggemann im Vortrag bei Vom Fotografieren leben

Mir war wichtig, dass auf dieser Veranstaltung eine positive, eine Aufbruchstimmung herrschen sollte. Aber eben auch nicht einfach rosarote Brille und „Chakka“-Rufe, wie in diesen schrecklichen Verkaufsseminaren. Ich wollte Erfahrungsberichte erzählen über Dinge die gut gelaufen sind, aber auch das, was nicht so gut funktioniert hat. Und ich wollte Offenheit. Gerade als Referent ist das nicht so leicht, wenn man auch mal Dinge sagen soll, die man nicht so gut gemacht hat. Dafür braucht es einen geschützten Rahmen und Vertrauen, dass einem solchen „Schwächen“ niemand übel nimmt oder gar fragt, warum man denn da vorne überhaupt steht.

Wir hatten aber eine Veranstaltung mit 50 Teilnehmern geplant. Das ist schon etwas größer und auch der eine oder andere Teilnehmer fragte sich, ob die von uns ja auch versprochene Offenheit und der direkte Austausch so überhaupt möglich wäre.

Die Agenda Vom Fotografieren lebenMein Vortrag unter dem Titel „Mut zur Persönlichkeit“ war gleich der erste nach Michaels Begrüssungsworten und einem Hollywoodreifen Introfilm, in dem die Referenten mit Fanfaren und einem eigenen Düsenjet angekündigt wurden. Ich hatte drei Folienvorträge in der Vorbereitung verworfen und dann einen Vortrag ohne Folien aber komplett ausgeschrieben vorbereitet.

Bei der Ankunft der Teilnehmer hatte ich schon ein paar Worte mit dem einen oder anderen gewechselt. Keiner kannte mich, mancher ahnte wohl nicht mal, dass ich gleich vorne stehen würde.

Und ich entschied mich, der Veranstaltung den maximalen Impuls zu geben, den ich ihr zu geben vermochte, nämlich selbst offen und verletzlich zu sein und damit zu zeigen: „Wenn ich das hier auf der Bühne kann, dann könnt ihr das mit den anderen Teilnehmern erst Recht.“

Bis auf einige Stichworte, die ich unbedingt erwähnen wollte, warf ich alle Vorbereitung über Bord und überließ mich meiner Intuition. „All of me“. Ich erwähnte den Song, weil er in vielerlei Hinsicht gut passte. Hochzeitsfotografen werden ihn kennen.

Heraus kam eine Mischung aus meinem sehr persönlichen Erfahrungsbericht, einer klugen Fabel, die ich noch nicht sehr oft erzählt habe und was mich zu einer geplanten aber dann doch gefühlt ziemlich langen Pause im Vortrag führte. Und später der Rückmeldung, dass einige die Geschichte sehr gut fanden und andere sie gar nicht verstanden hatten, was mir dann zeigt, dass ich sie in Zukunft noch besser erzählen muss. (Und nein, ich verrate hier nicht, was das für eine Geschichte war.)

Es floss ziemlich viel Adrenalin und dann war ich durch. Hat es funktioniert? Wenn ich den weiteren Verlauf der Veranstaltung betrachte, kann ich klar sagen: Ja, volle Punktzahl. Auch was einige Teilnehmer in den Folgetagen aus meinen ganz konkreten Hinweisen schon umgesetzt haben, ist großartig.

Ich selbst habe ebenfalls sehr viel Input mitgenommen. Es hat mir gut getan, wieder einmal daran erinnert zu werden, dass ich mir mit Rügen und dem Standort Greifswald eine recht spezielle Region ausgesucht habe, in der die Wachstumsmöglichkeiten begrenzt sind. Daraus ziehe ich nun Konsequenzen, die man auf meiner Webseite schon erkennen kann.

Das Seminar fiel zeitlich gerade in eine Phase des Wandels bei mir und war ein perfekter Katalysator. Und so habe ich schon angekündigt, im nächsten Jahr eine neue Geschichte erzählen zu können. Natürlich soll es wieder eine erfolgreiche sein, die Mut macht. Mut zur Persönlichkeit, aber auch den Mut, Verantwortung als Selbstständiger zu übernehmen und ggfs. konsequent das zu tun, was nötig ist, um den eigenen Weg weiter zu gehen.

Volles Haus bei Vom Fotografieren leben 2016

Für die Fotos danke ich meinem Kollegen und Mit-Referenten Dirk Beichert.

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By | 2016-03-19T21:43:37+00:00 19. März 2016|Documentary, Tipps zur Hochzeitsfotografie|4 Comments

About the Author:

Die Mischung von Fotografie und Film, also Foto-Video-Fusion, hat sich zu einem meiner Schwerpunkte entwickelt.

Als Hochzeitsfotograf und Filmer bin ich in Hamburg und häufig auf Rügen und Hiddensee unterwegs, wo ich einige Zeit gewohnt habe.

Neben den Menschen liebe ich auch die Natur und Tiere, so dass ich mich besonders freue, wenn ich mit meinen Paaren Zeit in der Natur verbringen kann.

In meiner Freizeit schreibe ich gerne, sowohl im Blog als auch in Büchern. Meine Fachbücher sind im Buchhandel und online erhältlich.

4 Comments

  1. Oskar 19. März 2016 at 20:46 - Reply

    Lieber Hendrik, dein Vortrag hat mir sehr gut gefallen! Auf deine überlegte Art konntest du mir viele wertvolle Tipps zur Selbständigkeit geben- vor allem bezüglich der richtigen Selbsteinschätzung! Denn darin liegt der Nährboden für eine wirtschaftlich lohnende Arbeit und vor allem der Freude an der Arbeit!

    • Hendrik 19. März 2016 at 20:51 - Reply

      Lieber Oskar, danke für dein Feedback! Ja, das Fundament ist wichtig. Darauf kann man dann stabil bauen. LG, Hendrik

  2. Carsten 20. März 2016 at 03:00 - Reply

    Lieber Hendrik,
    ein „fabelhafter“ Vortrag, der im Kopf blieb. Er hat mich aufgeweckt, dazu gebracht, die eigene Nische zu festigen. Und in Summe einfach Mut gemacht.
    Danke für die leisen und persönlichen Worte.
    Herzliche Grüße, CP

    • Hendrik 20. März 2016 at 19:07 - Reply

      Carsten, danke, und dir viel Erfolg auf deinem Weg. Wir bleiben sicher in Kontakt.

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