Windows 10 HintergrundbildViele zögern noch, ich habe es gewagt und bin von Windows 8.1 auf Windows 10 umgestiegen. Das ging ziemlich glatt, aber nicht ganz.

Auf welche Haken ich gestossen bin, habe ich hier einmal aufgeschrieben.

Ausgeführt habe ich das Update auf meinem Notebook, einem Lenovo Ideapad U510, auf dem vorher Windows 8.1 lief. Ich ging davon aus, dass ein Update auf einem Notebook mit ziemlich standardisierten Komponenten einfacher verlaufen würde, als auf einem Desktop-PC, in dem alle möglichen Komponenten verbaut sein können.

Eigentlich wollte ich das Update erst irgendwann rund um Weihnachten machen, wenn ich mehr Ruhe habe als jetzt, kurz vor einer Reise.

Wie mich Microsoft zum vorzeitigen Update auf Windows 10 überredete

Seit Wochen tauchten bei mir schon die Pop-Up-Nachrichten auf, die mir den Wechsel auf Windows 10 schmackthaft machen sollten. Heute las ich mal die Texte genauer durch. Und da stand, dass ich das Update auch jetzt herunterladen und zu einem späteren Zeitpunkt installieren könnte. Außerdem wäre es möglich, das Ganze rückgängig zu machen.

Nur mal Runterladen fand ich ok.

Es öffnete sich der Windows Updater und ludt Windows 10 genau wie ein normales Update herunter. Anschließend wurde ich aufgefordert die Lizenzbedingungen zu akzeptieren – da wurde ich schon ein bisschen nervös, weil ich den Eindruck hatte, mich schon mitten in einer Installation zu befinden.

Und schließlich erschien eine Dialogbox, auf der ich anklicken konnte, ob ich das Update jetzt oder später installieren wollte. Viel Zeit zum Aufatmen hatte ich nicht, denn bei der Option „Später“ musste ich schon einen genauen Termin wählen. Mit Uhrzeit und Datum. Zur Auswahl standen ab heute zwei Tage in der Zukunft!

Da ich, wie erwähnt eine Reise antreten wollte, machte übermorgen auch keinen Sinn und ich entschied spontan, es doch lieber gleich zu installieren.

Der Aktualisierungsprozess lief ohne Probleme durch, ging relativ schnell (ca. 20 Minuten) und danach bootete der Rechner mit dem neuen Windows 10.

Die Oberfläche gefällt mir sehr, einige Icons sehen schicker aus als vorher und alle meine Programmicons waren unverändert da.

Alle meine Programme waren noch da – fast

Nach allen Versionswechseln, die ich bisher mit Windows erlebt hatte, war das eine wirklich positive Überraschung!

Mein altes Faktura-Programm wollte allerdings nicht starten. Ich klickte auf das Icon und es passierte nichts. Erst als ich am Icon (rechte Maustaste -> Eigenschaften) den Kompatibilitätsmodus auf Windows 7 stellte ging es wieder. Dafür aber ziemlich schnell.

Die wichtigsten Programme habe ich sofort getestet. Bei mir ist das die Adobe Creative Cloud, mit der es keine Probleme gab. Windows 10 steht bei Adobe auch schon länger in der Kompatibilitätsliste, so dass ich da keine Probleme erwartet habe.

Der Teufel lag wie immer im Detail

Einige Programme und Treiber fehlten leider.

  • Der Treiber für mein USB-Audio-Gerät (Steinberg/Yamaha CI1) funktionierte nicht. Das Gerät war erkannt worden, tat aber nichts. Ich musste den aktuellen Treiber aus dem Internet laden. Dann ging es aber sofort.
  • Meine Apple-iCloud-Integration mit MS Outlook war weg. Das war schlimm, denn alle Kontakte und Termine verwalte ich in der iCloud, damit sie auch auf meinen iPhone synchronisiert werden. Ich musste iCloud für Windows von der Apple-Seite neu herunterladen und installieren. Dann klappte es aber immer noch nicht, und nachdem ich die Tipps der Apple-Webseite durchprobiert hatte, half auch hier wieder, das Programm im Windows 7 Kompatibilitätsmodus zu starten. Damit lief es und meine iCloud-Daten wurde in meinem alten Outlook 2010 wieder richtig angezeigt.
  • Mein Quato Grafik-Monitor verwendete beim Starten ein Programm namens Quato Calibration Loader, das sich im Autostart Ordner befand. Den Autostart-Ordner findet man mit Hilfe von Google irgendwann wieder. Aber das Programm-Icon war nicht darin enthalten. Der Monitor war gleichwohl von Windows 10 richtig erkannt worden. Ich musste die Treibersoftware neu installieren, dann lief es wieder.

Dabei hätte ich Windows 10 eigentlich gar nicht installieren dürfen

Hätte ich vorab mal die Herstellerseite meines Notebooks besucht, hätte mich das vom Update sicherlich abgehalten.

Denn dort wird von einem Update meines Notebooks, dem Lenovo U510 explizit abgeraten, da einige Hardwarekomponenten möglicherweise nicht von Windows 10 unterstützt werden.

Was mir wieder einmal zeigt:

Die Verwendung von Microsoft Windows geschieht letztlich immer auf eigene Gefahr.

Für mich hat sich das Risiko bisher ausgezahlt. Und Windows 8 war wirklich eine Zumutung.

Windows 10 im täglichen Gebrauch

Inzwischen arbeite ich seit 2 Wochen täglich mit Windows 10 und muss sagen: Ich bin sehr zufrieden. Nach dem ungewollten Ausflug zu Windows 8 finde ich nun wieder alle Funktionen auf Anhieb. Es ist sogar einiges einfacher als in Windows 7. Z.B. gefällt mir das neue Suchfeld unten in der Startleiste sehr gut. Wenn ich ein Programm (auch wenn es nun App heisst) oder eine Windowseinstellung suche, gebe ich den Begriff einfach in die Suche ein und komme damit schnell zum Ziel.

Windows10-Taskleiste

Die neue Windows-Startschaltfläche und das neue Suchfeld. Aktive Programme werden in der Taskleiste durch eine blaue Unterstreichung markiert.

Die Windowssystemeinstellungen sind insgesamt viel übersichtlicher gestaltet und lassen sich schneller finden.

Einige Programme, die unter Windows 8 nicht zuverlässig funktionierten, es aber unter Windows 7 getan hatten, darunter meine Albensoftware Fotofusion und der Treiber für mein Wacom Grafiktablett, tun jetzt wieder einwandfrei ihren Dienst.

Die Performance insgesamt kommt mir ein bisschen besser vor, der Rechner reagiert manchmal schneller in Situationen, in denen ich bisher etwas warten musste. Vielleicht hat Windows 10 beim Update aber einfach etwas unnötigen Ballast abgeworfen, der sich mit der Zeit wieder ansammelt. Das muss man abwarten.

Alle wichtigen Programme laufen jedenfalls ohne Neuinstallation mindestens so gut oder besser als vorher.

Die Oberfläche und die neuen Icons finde ich ansprechender und moderner z.B. die neue Startschaltfläche und die Icons in der Taskleiste. Die neuen Funktionen, wie z.B. der Store und die Kacheln im Startmenü, verhalten sich angenehm unaufdringlich.

Es ist also an der Zeit, den Entwicklern bei Microsoft ein Kompliment zu machen. Dieses Windows ist wirklich gut gelungen. So knapp davor, auf Apple zu wechseln war ich noch nie. Jetzt halte ich es voraussichtlich wieder einer Weile mit Windows aus.

Vor der Installation beachten

Bevor man auf Update klickt, sollte man sich das gut überlegen, da sich der Installationsvorgang danach nicht mehr unterbrechen lässt. Bei Laptops kann man vorab auf der Herstellerseite nach schauen, ob das Update empfohlen wird (was vermutlich aus Haftungsgründen selten der Fall sein wird). Außerdem gibt es den Windows 10 Kompatibilitätsbericht von Microsoft, der auf meinem Notebook positiv ausgefallen war. Diesen Bericht erstellt Windows-Updater automatisch, bevor die Installation überhaupt empfohlen wird. Eine Erklärung dazu gibt es hier bei Microsoft.

Mein Fazit

Das Update auf Windows 10 hat sich für mich unbedingt gelohnt. So glatt ging ein Windows Versionswechsel noch nie. An einige durchaus wichtige Kleinigkeiten (z.B. den Monitortreiber) hatte ich aber doch im Vorfeld nicht gedacht und bin froh, dass sich alle Probleme ziemlich schnell lösen ließen.