Kurztrip nach Island – Was ich als Reisefotograf in Island gelernt habe

Im Rahmen eines Reportageauftrags hatte ich die Möglichkeit, einige Tage in Island zu verbringen. Dabei durfte ich ein wunderschönes Land erleben und lernen, dass Reisefotografie unter extremen Bedingungen gar nicht so einfach ist.

Eine Reise nach Island, das Fotografieren der faszinierenden Landschaft und der Nordlichter (Aurora Borealis) stand schon lange auf meiner Wunschliste als Fotograf. Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal Anlauf genommen und dann war doch nichts aus der Reise geworden.

Dieses Jahr meinte es das Schicksal gut mit mir und brachte mich in Kontakt mit Sängerin und Vocal Coach Kara Johnstad. Aus einem angeregten Kennenlerntermin in Berlin ergab sich die Idee, dass ich ihre Workshopreise nach Island in Foto und Film festhalten könnte. Der Workshop war nur über ein Wochenende geplant, aber immerhin einen freien Tag konnten wir noch anhängen.

Panorama am Eissee in Island mit Olympus 7-14mm Weitwinkel

Natürlich war mir klar, dass ein Tag nicht reichen würde, um wirklich viel vom Land zu sehen, aber es war besser als nichts und ich war unglaublich aufgeregt. Im Vorfeld der Reise machte ich mir ständig Gedanken darum, welche Ausrüstung ich mitnehmen sollte und wie ich mich am besten vorbereiten konnte. Am Ende entschied ich mich für die kleinste Reiseausrüstung überhaupt und dafür, dass ich lieber mit wenig Ausrüstung aber konzentriert zu Werke gehen wollte, statt verschiedene Kameras und mehrere Objektive mitzunehmen, um dann unter Zeitdruck vielleicht etwas fatal zu vermasseln.

Meine Ausrüstung für Foto und Video in Island

Da ich hauptsächlich ein Konzert und einen Workshop filmen wollte und die Landschaftsfotografie eher nebenbei stattfinden würde, entschied ich mich für diese Ausrüstung:

Kamera: Panasonic Lumix GH5 (die derzeit beste Systemkamera zum Videofilmen)

Objektive: Panasonic Leica DG Vario Elmarit 12-60 mm/ F2.8-4.0/ O.I.S. (welches perfekt zum mobilen Filmen geeignet ist)

Olympus M.Zuiko Digital 45 mm 1:1.8 (für Porträtaufnahmen und Nahaufnahmen im Konzert)

Olympus M.Zuiko Digital ED 7-14 mm 1:2.8 Pro (für Landschaft und Panorama)

Dazu brachte ich noch mein leichtes Sirui Reisestativ mit, über das ich hier berichtet habe und einen Zoom H6 Audiorekorder, um vom Konzert einen schönen Ton für das Video mit nach Hause zu bringen.

Kara Johnstad live in Island

Eislandschaft in Island

Island Landschaftsfotografie

Erlebnisse und Lernerfahrungen beim Fotografieren in Island

Mit meiner Ausrüstungswahl bin ich in Summe vollkommen zufrieden. Die GH5 erwies sich nicht nur als perfekte Videokamera, sondern auch als ideale Reisebegleitung unter eisigen Temperaturen. Die relativ kompakten Maße machten es nämlich möglich, dass ich die Kamera im Freien unter meiner Jacke warmhalten konnte, bis ich ein Foto machen wollte. Hätte ich sie einfach draussen am Gurt getragen, wäre mir in kürzester Zeit der Strom weggeblieben, weil der Akku zu kalt geworden wäre. Das hatte ich schon mal bei einem Winter-Timelapse an der Ostsee ausprobiert.

Parallel hatte ich immer einen Ersatzakku in der halbwegs warmen Hosentasche.

Doch auf eines war ich dann doch nicht vorbereitet: Auf die Kombination von Kälte, Wind und Wasser.

An unserem freien Tag nahm uns ein Freund mit auf eine Rundtour zu einigen großartigen Orten, darunter dann auch ein Wasserfall, dem Gullfoss.

Sehr zu meinem Leidwesen war es an diesem Tag ungewöhnlich kalt und stürmisch, so dass der Wind mir beim Versuch, den Wasserfall in Ruhe in Szene zu setzen, einen Sprühnebel entgegen blies, der auf der Linse direkt zu Eis gefror. Mir blieb dann nur die Möglichkeit, mich aus dem Wind zu drehen, das Objektiv wieder frei zu hauchen und direkt mit meinem Pullover abzuwischen. Dann schnell eine Serie von Bildern zu schießen und die Kamera wieder unter meiner Jacke zu verstecken.

Aus einer Reihe von schnellen Belichtungen konnte ich dann dieses Bild erstellen. Der Eindruck von fließendem Wasser wird durch die Montage einer Belichtungsreihe in Affinity Photo verstärkt. Im Anschluss habe ich das Bild farblich in Luminar 2018 noch etwas „aufgehübscht“ und einen weiteren Filter angewandt.

Gullfoss Wasserfall in Island - Reisefotograf

Island bot natürlich viel mehr Ziele und Motive als ich in der Kürze der Zeit erkunden konnte. Ich muss einfach nochmal wieder kommen. Auch für die Nordlichter blieb keine Zeit. Immerhin habe ich an einem Abend einen Hauch davon zu sehen bekommen. Leider reichte es aber nicht für ein Foto. Wir waren mitten in einem Wohngebiet und das Umgebungslicht störte den freien Blick.

Alles in allem kann ich kaum beschreiben, wie dankbar ich insgesamt dafür bin, diese Reise machen zu können. Ich kann vollkommen verstehen, dass alle Fotografen mit Verzückung reagieren, wenn sie von Island hören. Man braucht eben normalerweise nur etwas mehr Zeit.

Dann kann man auch mit solchen „Monsterbussen“ noch tiefer ins Land fahren.

Geländegängige Busse in Island am Gullfoss Wasserfall

Strasse in Island

Viel Weite und viel zu Erkunden – Ich hoffe, ich war nicht zum letzten Mal in Island

By |2018-03-17T16:35:29+00:0017. März 2018|Ausrüstungstipps, Documentary, Tipps zur Fotografie|0 Comments

About the Author:

Ich fotografiere einfühlsame Reportagen und authentische Porträts in Hamburg, Berlin, auf Rügen und Hiddensee und bin offen für spannende Projekte überall auf der Welt. - Autor mehrerer Fachbücher (Entfesselt Blitzen, Beruf Hochzeitsfotograf, Filmen mit Systemkameras, und weitere) - Mitglied im DFJV - Deutscher Fachjournalistenverband

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