Hochzeit am Kap Arkona: Erst klassisch, dann Hubschrauber

Diese Hochzeit am Kap Arkona begann ganz klassisch mit einer Trauung im Schinkelturm, bekam aber eine unerwartete Wendung durch einen Hubschrauber-Rundflug über Rügen und Hiddensee. Für mich ein Fest der Fotografie. Und ein aufregendes Erlebnis – mein erster Helikopterflug.

Heiraten zu zweit mal anders – mit dem Helikopter über Rügen

Hochzeit am Kap Arkona mit Hubschrauber Rundflug über RügenChristina und Steffen machen erst einmal einen ruhigen Eindruck, wenn man ihnen zum ersten Mal begegnet. So war es auch mit unserem ersten Telefonat. Steffen rief mich an und erzählte mir von ihrer geplanten Hochzeit, nur zu zweit, mit Trauung im Schinkelturm am Kap Arkona. Und ich dachte: „Schön, das kenne ich, alles klar.“ Am Telefon fragte ich: „Und was machen wir nach der Trauung? Vielleicht noch auf den Leuchtturm und ein bisschen zum Strand…?“ „Naja, auf den Leuchtturm gerne, aber dann wollten wir noch einen Helikopter-Rundflug machen und dachten, du kommst mit.“ … Kurze Pause … „Ähm, ja, klar, …“, ich sammelte mich. Dann brachen Aufregung und Vorfreude durch. Aber es war ja noch eine ganze Weile hin.

Klassisch romantisch – das Ja-Wort im Schinkelturm

Bei noch trübem Wetter traf ich Christina und Steffen zum ersten Mal persönlich. Was das Wetter noch nicht bot, glichen die beiden durch ihr ruhiges Strahlen aus.

Hochzeit am Kap Arkona mit Hubschrauber Rundflug über Rügen

Nach der gefühlvollen Trauung gab es zum Abschluss im Freien einen Schluck Arkonafeuer für die Neuvermählten.

 

Und wir machten das eine oder andere Foto in der Umgebung des Leuchtturms und stiegen auch nach oben. Auf beide Türme, wohlbemerkt, was mich ordentlich aus der Puste brachte.

Hochzeit am Kap Arkona mit Hubschrauber Rundflug über Rügen

Pünktlich, fast wie bestellt, zeigte sich die Sonne und die Sicht wurde schlagartig besser.

Der Raps begann zu leuchten und wurde später auch noch Kulisse für einige klassische Hochzeitsfotos.

Hochzeit am Kap Arkona mit Hubschrauber Rundflug über Rügen

Aufregend verwegen – der Hochzeitsausflug mit dem Helikopter

Nach dem Abstieg vom Leuchtturm ging es dann schnell zu den Autos und weiter zum Heliport in Neu Mukran, etwa 40 Minuten vom Kap Arkona entfernt bei Sassnitz.

Dort wurden wir vom Chef der Firma „Rügen Helikopter“ begrüßt und fachmännisch in den Hubschrauber verfrachtet. Der Rundflug konnte beginnen.

Ich hatte die beiden ja schon vor der Trauung gefragt, wie sie das mit der doppelten Aufregung eigentlich aushalten. Normalerweise ist man ja vor der Hochzeit schon nervös. Aber dann auch noch einen Helikopter-Flug vor sich zu haben (und für die beiden war das auch ihr erster), Respekt.

Prora bei Binz auf Rügen aus der Luft

Beeindruckend – Prora bei Binz auf Rügen aus der Luft

Durch meine Vergangenheit in einem Vielflieger-Job bin ich das „durch-die-Luft-Reisen“ noch gewöhnt, in der Kuppel eines Hubschraubers zu sitzen, ist aber doch noch etwas anders. Zwischen meinen Füssen hindurch konnte ich die Erde bzw. das Meer sehen, als wir darüber hinweg flogen. Die Blicke waren atemberaubend und ich habe so viele wie möglich mit der Kamera festgehalten (ich zeige hier aber nicht alle).

Die Frage nach der richtigen Foto-Ausrüstung für Aufnahmen aus der Luft

Vor dem Flug hatte ich tagelang darüber gegrübelt, welche Ausrüstung ich mitnehmen sollte. Wäre die Nikon Spiegelreflex mit 24 Megapixel vielleicht doch einmal wieder die bessere Wahl? Ich entschied mich dagegen, weil ich mit den kleinen Olympus-Kameras einfach wendiger bin und mich inzwischen auf Reisen damit sicherer fühle.
Der echte Pluspunkt kam aber erst im Flug zum Tragen: Der hervorragende Bildstabilisator in der Kamera machte das Fotografieren überhaupt erst möglich. Mit einer herkömmlichen DSLR, selbst mit einem stabilisiertem Objektiv, wäre ich ausschließlich mit verwackelten Bildern nach Hause gekommen. Der Hubschrauber vibrierte ständig und ich konnte nur versuchen, möglichst freihändig zu fotografieren und die Stöße und Vibrationen mit meinen Armen und Oberkörper abzufedern. So konnte ich einige tolle Fotos von Rügen und Hiddensee aus der Luft machen. Nächstes Mal würde ich vielleicht noch ein längeres Tele-Objektiv (z.B. das 40-150mm von Olympus) mit an Bord nehmen, aber darüber denke ich beim nächsten Mal sowieso wieder lange nach.

Unsere Route führte über die Ostküste vorbei an Prora und dem Kap Arkona bis nach Hiddensee. Zurück ging es dann unter anderem über Putbus, das von oben wunderschön aussieht mit seinem runden Park, dem Circus.

Sonne und Wolken wechselten sich munter ab, was die Nachbearbeitung der Fotos zu einer interessanten Aufgabe machte, da eigentlich jedes Bild wieder andere Farben und eine andere Lichtstimmung mitbrachte.

Der Circus in Putbus aus der Luft gesehen

Der Circus in Putbus aus der Luft gesehen

Gegen Ende des Rundfluges flog der Pilot noch einige enge Kurven, um seinen Gästen etwas Action zu bieten. „Die Leute stehen da drauf“, wurde mir später erklärt. Das galt auch für Christina und Steffen, die begeistert den Daumen nach oben hielten, als der Pilot sie nach ihrem Befinden fragte. Nur mir wurde leider übel. So richtig. Aber ich fotografierte verbissen weiter. Verrückt, was man als Fotograf manchmal so auf sich nimmt, nur um kein Motiv zu verpassen. Würde ich natürlich jederzeit wieder machen.

(Bilder zum Vergrößern anklicken!)

By |2015-11-28T23:47:09+00:0023. Juli 2015|Hochzeitsfotografie, Tipps zur Fotografie|0 Comments

About the Author:

Ich fotografiere einfühlsame Reportagen und authentische Porträts in Hamburg, Berlin, auf Rügen und Hiddensee und bin offen für spannende Projekte überall auf der Welt. - Autor mehrerer Fachbücher (Entfesselt Blitzen, Beruf Hochzeitsfotograf, Filmen mit Systemkameras, und weitere) - Mitglied im DFJV - Deutscher Fachjournalistenverband

Leave A Comment