Mit Henning Wehland gastierte einer der Großen des deutschen Musikgeschäftes in Greifswald und nur wenige haben es mitbekommen.

Der Name Henning Wehland ist nicht allen geläufig, aber wenn man erklärt, wer das ist, dann kennt ihn fast jeder. Er ist Sänger bei den Söhnen Mannheims mit Xavier Naidoo, wurde schon in den 90’er Jahren bekannt als Frontsänger der Band H-Blockx mit Songs wie „Rising High“ und war im Fernsehen als sympathischer Juror bei „The Voice Kids“ zu sehen. Noch vor ein paar Wochen spielte er mit den Söhnen Mannheims vor 10.000 Zuschauern in der TUI Arena in Hannover. (An dem denkwürdigen Abend als das Fußball-Länderspiel am gleichen Ort wegen einer Terrorwarnung abgesagt wurde.)

Im November/Dezember war der Wahlberliner auf „Kneipentour“, einer Tournee durch ausgesuchte, kleine Musikclubs, in denen er sein musikalisches Solo-Projekt vorstellen und reifen lassen konnte. 15 Auftritte an 15 Abenden in Folge. Ein ziemliches Mammutprogramm.

Henning Wehland live in Greifswald

Titel der Tour von Henning Wehland – „Der letzte an der Bar“

Der Auftritt im Greifswalder Sotanó war die 13.te Station, was aber überhaupt kein Unglück darstellte. Man merkte Henning Wehland die Strapazen der Reise nicht an.

Henning hatte sich vor dem Konzert ein paar Minuten Zeit für ein Gespräch mit mir an der Bar (wo sonst!) genommen. Dabei konnte ich erfahren, dass er seinen Mitmenschen gerne auf Augenhöhe begegnet und mit beiden Beinen fest im Leben steht. Ich hatte mich nicht im Detail vorbereitet, um nicht wie ein Musikjournalist immer die gleichen Fragen zu stellen, sondern verließ mich auf mein Bauchgefühl und meine natürliche Neugier.

Henning hat einfach auch schon viel erlebt (wir sind auch gleich alt) und es fiel uns leicht, uns über diverse Themen zu unterhalten von Musik über Castingshows bis hin zu den Höhen und Tiefen des Lebens, die Henning natürlich auch erlebt hat. Und mir war klar, dass ich davon nichts im Wortlaut aufschreiben wollte, sondern einen menschlichen Eindruck gewinnen, der unter anderem auch in meine Fotos vom Konzert einfließen würde.

Henning Wehland gehört auf jeden Fall zu den Menschen, deren (Arbeits-) Alltag ich gerne einmal mit der Kamera begleiten würde.

Dann begann das Konzert und die Greifswalder ließen sich zunächst gar nicht so leicht erobern. Vor der Bühne hielten sie respektvollen Abstand und es brauchte mehrere Aufforderungen von Henning, bis das Publikum die Scheu überwand und sich näher traute. Dann war das Eis gebrochen und die Musik floss ungehindert.

Henning Wehland live nah am Publikum

 

Was macht Henning Wehland für Musik?

Tja, also… Er singt deutsch. Das ist einfach zu beschreiben. Der Rest ist schwieriger.

Beim Konzert in Greifswald wurde Henning von zwei genialen Musikern an Schlagzeug, Keyboard und Gitarre begleitet. Pascal Kravetz, der Keyboard und Gitarre spielte, ist übrigens sonst Bandmitglied bei Peter Maffay und häufig auch bei Udo Lindenberg dabei. Aber das nur am Rande.

Zurück zur Musik von Henning Wehland. Ich würde sagen: Rockig, groovig, gemischt mit Pop und gelegentlich anderen Stilrichtungen.

Seine Songs handeln vom einfachen Leben, tiefen Gefühlen und sind dabei auch manchmal kämpferisch wie der Titel „Panzer“ oder werben für Toleranz und Mitgefühl wie „Der alte Mann und das Leergut“. Viele Lieder haben dazu absoluten Ohrwurmcharakter und sind hervorragend zum Mitsingen geeignet.

Die knapp 100 Zuhörer im Sotanó feierten und tanzten begeistert. Henning Wehland hat das Talent (und die Erfahrung), um 10.000 Leute in einem Stadion genauso mit zu reißen wie 100 Leute in einem Kellerclub.

Später konnte man T-Shirts kaufen (die CD gab es ja noch nicht) und Henning erfüllte Autogramm- und Selfie-Wünsche, bevor er sich verabschiedete und sich mit seinem Team auf den Weg ins Hotel machte für eine kurze Nacht vor der Reise zur nächsten Tourstation.

Henning Wehland live gibt er alles

Fazit(s)

„Der letzte an der Bar“ wird der Titel des Soloalbums sein, das erst im nächsten Frühjahr erscheint. Und ich werde mir das sehr gerne anhören.

Für Greifswalder lohnt es sich immer mehr, die Konzerttermine in der Stadt im Auge zu behalten. Denn Greifswald mausert sich zum Geheimtipp für bekannte Musiker, die auf Touren durch kleinere Clubs ihre neuen Projekte vorbereiten, die man später auf den ganz großen Bühnen wieder sieht. So dicht wie hier kommt man den Stars wahrscheinlich nie wieder.

Fotografisch kam ich mit Hennings Erlaubnis voll auf meine Kosten und konnte mich völlig frei entfalten. Wobei Henning später zu mir sagte, er hätte mich kaum bemerkt. So soll das sein.

Zum ersten Mal musste ich mich mit einem Video-Kameramann (als Teil der Band) arrangieren, was trotz des kleinen Clubs ziemlich gut funktionierte. Ich bin wahrscheinlich trotzdem gelegentlich im Video zu sehen.

Verwendete Ausrüstung: Kamera Olympus OM-D E-M1 mit Objektiven 17mm f1.8 und 45mm f1.8 (Amazon Links)

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