Julia Engelmann, Autorin und Poetry-Slammerin war am Mittwoch in Greifswald und ich war mit der Kamera dabei.

Mitunter fotografiere und schreibe ich ja für die Ostsee-Zeitung in Greifswald und berichte von Konzerten, die ich besuche. Oft sind das kleinere Clubs in Greifswald mit mehr oder weniger bekannten Musikern.

Mit Julia Engelmann war nun aber ein Rockstar unter den Autoren zu Gast und sie belegte dann auch gleich den größten Saal, den wir haben – den Kaisersaal in der Stadthalle. Ausverkauft natürlich.

Julia Engelmann - Eines Tages, Greifswald

Julia Engelmann greift nach den SternenIch mochte schon ihr erstes Buch „Eines Tages, Baby“ und habe es gleich mehrmals gekauft, um es weiter zu verschenken.

Auf der aktuellen Tournee trägt Julia ihre Texte aus inzwischen zwei Büchern vor und … Trommelwirbel … singt zwischendurch auch einige ihrer Lieblingssongs und spielt dazu Gitarre. Ich glaube, ich war nicht der Einzige im Publikum, der überrascht war, was für eine schöne Singstimme sie hat. Also … wirklich schön. Sie muss sich hinter anderen Singer-/Songwritern absolut nicht verstecken. Nur dass die Songs diesmal noch nicht ihre eigenen waren. Bis auf die komödiantische Einlage unter dem Titel „Das Leben ist ein Taxistand“, die sie mit lustigen Anekdoten aus ihrer WG-Zeit in Köln garnierte.

Schon beim Gedränge beim Einlass fragte ich mich, was ich da machte. Die anderen waren alle weiblich und eher jünger. Aber ich war ja für die Zeitung da. Puh.

Standesgemäß für einen Rockstar ließ die Künstlerin das Publikum ein wenig warten. Und irgendwann wurde dann das Licht gedimmt und Julia lief von hinten quer durch den Saal und kletterte auf die Bühne. Große Bühne. Kleine Julia. In ihrer bekannten, leicht verlegen wirkenden Art begrüßte sie das Publikum. „Ihr seid so viele…“

Ja, und die Vielen liebten sie. Julia Engelmann auf der Bühne ist sympathisch, intelligent und witzig.

Julia Engelmann auf der Bühne in Greifswald

Worum es in ihren Texten geht, wussten alle schon vorher. Den Klassiker „Eines Tages, Baby“ konnten einige mitsprechen. Und doch konnte Julia ihren Gedichten im Vortrag auch das Gefühl mitgeben, das darin wohnte. Es wurde viel gelacht, aber auch die eine oder andere Träne verdrückt, wenn ein Gedicht von einer Trennung handelte oder – sehr berührend – von ihren Eltern.

Und Mama Engelmann war dann auch noch mit dabei. Überraschend für das Publikum hatte sie still am Rand gesessen und wurde im letzten Drittel von ihrer Tochter vorgestellt. Dann übernahm Bea Engelmann die Aufgabe, das Mikrofon für Fragen aus dem Publikum herumzureichen.

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Darauf war zwar niemand vorbereitet, aber ein paar Mutige gab es doch, die ihre Fragen stellten und so erfuhr man noch das eine oder andere aus ihrem Leben, auch wenn es nicht allzu privat wurde.

Anschließend wurden viele Bücher verkauft und von Julia geduldig signiert. Es ging geordnet zu. Julias Mutter und drei Ordner passten auf, dass das so blieb. So ganz das Mädchen von Nebenan kann sie dann eben doch nicht mehr sein.

Leider wollte mein Dickkopf an dem Abend kein Buch kaufen. Nun muss ich es nachholen. Die Bücher kosten nur jeweils 7 Euro. Und in jedem findet sich mindestens ein Gedicht, das mir das Geld wert wäre.

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Eines Tages, Baby (2014)

wir können alles sein cover

Wir können alles sein, Baby (2015)