Fotoreportage: Ein Tag in der mobilen Altenpflege auf dem Land

Morgensonne fällt durch einen BaumEs ging früh los. Schon um kurz vor 6 traf ich mich mit Schwester Anett zur gemeinsamen Abfahrt in die Frühschicht. Mein Tag in der mobilen Altenpflege begann.

Wir bewegten uns im ländlichen Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern. Rund um Grimmen ist der AKP Pflegedienst tätig. Jeden Tag in wechselnden Schichten fahren die Pflegerinnen die meist gleich bleibenden Touren. Änderungen ergeben sich nur dann, wenn ein Kunde stirbt oder ins Krankenhaus oder Pflegeheim wechselt. Und natürlich wachsen immer mal wieder neue Kunden nach. Inzwischen gibt es einen regen Wettbewerb der mobilen Pflegedienste um die Kunden.

Alte Frau wartet am Fenster auf ihre PflegerinMein Spezialgebiet in der Fotografie sind authentische Fotos von Menschen. In dieser Eigenschaft, sollte ich für den Pflegedienst einige lebensechte Impressionen aus dem Arbeitsalltag der Pflegerinnen festhalten. Dafür musste ich den Alltag einmal miterleben. Denn authentische Bilder lassen sich eben nicht gut stellen. Und ich hatte vorher auch keine realistische Vorstellung davon, was den Beruf der mobilen Altenpflegerin wirklich ausmacht. Ein paar romantisch verklärte Ideen vielleicht, wogegen die Realität sehr viel nüchterner ausfiel.

Altenpflegerin begrüsst eine alte Patientin

Durch die langfristige Betreuung kennen die Pflegerinnen ihre Kunden sehr gut und es entsteht ein enges Verhältnis. Mein Eindruck war, dass der Besuch der Pflegerinnen durchaus ein Highlight im sonst recht eintönigen Alltag der Alten darstellt.

Dass ich als Fotograf mit dabei war, war für viele dann aber doch ein wenig zu viel der Abwechslung. Natürlich fragten wir bei jedem Kunden vorher, ob ich mit hineindürfte. Und relativ viele lehnten das ab, ohne mich überhaupt gesehen zu haben. Das war ein bisschen schade, musste ich aber hinnehmen. Ich verstehe jetzt die Sorgen von Dokumentarfilmern viel besser, denen es auch oft schwer fällt, die Erlaubnis für ihre Arbeit zu bekommen, auch wenn das Thema für die Zuschauer noch so interessant wäre.

Für mich gab es nach der ersten Schicht eine kleine Mittagspause, bevor es um 16:30 Uhr weiterging. Spätschicht mit Schwester Monique. Hier war die Ablehnungsquote schon im Vorfeld so hoch gewesen, dass ich die Tour vorzeitig beendete und Monique alleine weiterfahren liess. Ein paar schöne Impressionen brachte mir die zweite Tour dennoch und ein anderes Gesicht auf Pflegerinnenseite, was gut ist für mehr Abwechslung auf Webseite und Flyer, wo die Bilder Verwendung finden sollen.

Altes Ehepaar am KrankenbettDie Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind eher verschlossen. Das trifft gerade auf die ältere Generation zu. So ist es ein kleines Geschenk, wenn sie sich mir, einem Fremden, dann doch öffnen. So wie ein älteres Ehepaar, dem ich das Foto als Andenken geschickt habe. „Oma weiß alles“, steht da auf dem Schild über ihrem Bett. Und trotz Bettlägerigkeit hatte sie ihren Humor noch nicht verloren.

Ein paar Worte zur Ausrüstung: Sie war minimal. Ich hatte zwar einen Blitz mit Stativ im Auto. Doch angesichts der Umstände war an dessen Einsatz nicht zu denken. Ich war froh, um jeden Schnappschuss, den ich überhaupt machen durfte. Alles musste sehr schnell gehen. So trug ich meine beiden Reportage-Kameras mit lichtstarken Festbrennweiten am Körper und nutzte jede Gelegenheit für ein schnelles Bild.

Verwendet habe ich: die Kameras Olympus OM-D E-M1 und Olympus OM-D E-M5 Mark II mit Olympus 45mm 1.8 (umgerechnet 90mm) und Olympus 17mm 1.8 (umgerechnet 35mm) Objektiven.

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By | 2017-08-11T19:21:30+00:00 11. August 2017|Businessfotografie, Documentary|0 Comments

About the Author:

Die Mischung von Fotografie und Film, also Foto-Video-Fusion, hat sich zu einem meiner Schwerpunkte entwickelt. Als Hochzeitsfotograf und Filmer bin ich in Hamburg und häufig auf Rügen und Hiddensee unterwegs, wo ich einige Zeit gewohnt habe. Neben den Menschen liebe ich auch die Natur und Tiere, so dass ich mich besonders freue, wenn ich mit meinen Paaren Zeit in der Natur verbringen kann. In meiner Freizeit schreibe ich gerne, sowohl im Blog als auch in Büchern. Meine Fachbücher sind im Buchhandel und online erhältlich.

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