Ein kleiner Rundblick durch das Geschäft „Die Schuhalternative“ in der Greifswalder Dompassage. Bis Ende Januar noch kann man hier sensationelle Rabatte mitnehmen.

Für die Nicht-Greifswalder: Die Dompassage ist eine Einkaufspassage am Ende der Fußgängerzone in Greifswald und seit der Insolvenz des Betreibers vor etlichen Jahren weitgehend zur Geisterpassage verkommen. Nur wenige tapfere Geschäfte und das Kino halten sich hier wie das gallische Dorf von Asterix und Obelix, nur nicht so romantisch. Und ich habe mein Büro in einem Verwaltungstrakt über den Geschäften.

Wir freuen uns hier über jeden Kunden, der kommt und jeden Ladenbetreiber, der länger als ein halbes Jahr durch hält.

Die Inhaberin der „Schuhalternative“ Martina Cors ist gleichzeitig so etwas wie die gute Seele der Dompassage. Jeder der Bewohner hat bei ihr schon mal seine Post abgeholt, die sie geduldig für alle in Empfang nimmt. Mit ihr kann man in der Pause mal ein Schwätzchen halten und sie kennt einfach alles und jeden hier im Umfeld.

Jahrelang hat sie ihren Laden mit viel Herzblut und Liebe zum Detail geführt.

Sie hat sich nun entschlossen, einen persönlichen Neuanfang zu machen und das Geschäft zu Ende des Monats zu schließen.

Ein Neustart ist eine tolle Sache. Aber gleichzeitig bin ich auch traurig. Wie wir gerade wieder beim Klönen festgestellt haben: Die Gemeinschaft in der Dompassage hat auch etwas familiäres.

Schon lange wollte ich den Laden und seine Besitzerin einmal fotografieren. Nun musste ich es auf den letzten Drücker tun.

Die Greifswalder möchte ich dazu aufrufen, den Laden innerhalb der verbleibenden zwei Wochen komplett leer zu kaufen. Es gibt dort noch hervorragende Gesundheitsschuhe für Erwachsene, gute Kinderschuhe und -Kleidung sowie diverse schöne Kleinigkeiten aus dem kunstgewerblichen Bereich, von denen sicher niemand vermutet hätte, sie in einem Schuhgeschäft zu finden.