Der weltbekannte britische Fotograf Rankin zeigt Fotos aus den letzten 20 Jahren seines Schaffens noch bis Februar 2016 in der Kunsthalle in Rostock.

Rankin – Less is more

Einladung zur Rankin Foto Ausstellung in der Kunsthalle Rostock

Der britische Fotograf Rankin wurde in Deutschland als Fashion Fotograf in der Fernsehsendung „Germany’s Next Topmodel“ mit Heidi Klum bekannt. Dort durfte er schon mehrmals spektakuläre Fotoshootings mit den Nachwuchsmodels umsetzen.

Seine Werke sind aber äußerst vielfältig, wie ich beim Besuch der aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle Rostock sehen konnte. Schon in der Ausstellungsankündigung werden Rankin’s Bilder als häufig provokant beschrieben.

Neben sehr vielen Bildern aus den letzten 20 Jahren gibt es in Rostock auch einige Specials zu sehen. So zum Beispiel die überlebensgroßen Frauenakte im „White Cube“, einem Raum mit weißen Wänden und weißem Fussboden, den man nur mit Schuhüberziehern betreten soll. Die abgebildeten Frauen sind nur mit High-Heels und Farbspritzern bekleidet. Eine deutliche Hommage an Helmut Newton, der ziemlich ähnliche Bilder nur ohne Farbspritzer schon 20 Jahre früher gemacht hat.

Rankin über seine Installation im White Cube: „Als ich den WhiteCube in der Kunsthalle sah, dachte ich mir, dort eine experimentelle Installation zu kreieren, die man nur an diesem Ort wahrnehmen kann. Etwas, was der allgegenwärtigen Sharing-Mentalität widerspricht, und auch – im Gegensatz zu den Medien – nur temporär erlebbar ist.“

Und ich so:

Selfie vor Rankin Nudes im White Cube

Über Rankin kann man ja vieles nachlesen. Für mich liegt seine Qualität in der Vielfältigkeit seiner Arbeiten und darin, wie er andere Künstler in seine Projekte einbindet und sie miteinander vernetzt. Viele Bilder sind stark digital bearbeitet. Und schon bei der Aufnahme spielt Styling und Visagistik eine äußerst tragende Rolle.

Titel zu Bildern aus Rankin Foto AusstellungAnsonsten begegnet man auf Rankin’s Fotos überwiegend Frauen. Meist Models. Die in Rostock ausgestellten Bilder zeigen meist weibliche Modelle. Prominente kommen weniger vor. Bis auf ein Bild von Heidi Klum, die nackt in einem Eisblock hockt (oder zu hocken scheint). Viele Bilder zeigen Rankin’s Frau Tuuli, mal mit einer Banane vor dem Intimbereich in der Badewanne, mal mit blumengeschmückter Nacktheit im Studio.

Neben aller Schönheit und Nacktheit, betrachtet Rankin aber auch die Kehrseite und zeigt Alterung und Tod (symbolisch) in seinen Fotos.

Sehr spannend fand ich die dreidimensionalen Hologramme und changierenden Bilder im Dark Room, auf denen ältere Modelle einmal mit und ohne Retusche sichtbar sind, je nach Blickwinkel.

Blick in die Rankin Foto Ausstellung in der Kunsthalle Rostock

Rankin ist nicht nur kreativ sondern offenbar auch sehr produktiv. Die schiere Menge der ausgestellten Bilder ist beeindruckend. Und oft sind es auch Serien, die einem das Konzept hinter dem Foto erst näher bringen. Schön, dass hier der Platz dafür zur Verfügung gestellt wurde.

Im Ausgangsbereich kann man dann auch noch einen Blick in einige seiner vielen Bildbände werfen. Mir gefiel spontan eines seiner aktuelleren Werke mit dem freundlichen Titel „F*ck y*u“ (Amazon Link), in dem er seine prominenten Modelle den Mittelfinger in die Kamera halten lässt. Das kann man sehr glamourös und auf viele unterschiedliche Arten tun. Auch aus den Vorworten des Buches, in dem auch eins seiner Motive zu Wort kommt, lässt sich heraus lesen, dass Rankin keiner dieser aalglatten Werbefotografen ist, sondern sich mitten in der Schönheits-Industrie seinen eigenen Charakter und kritische Sichtweise bewahrt hat.

Rankin Foto Ausstellung in der Kunsthalle Rostock