Ich habe ich mir das Video-Tutorial „Wie ich Panoramen fotografiere“ von Patrick Ludolph angesehen.

Das Thema Panoramafotografie hat mich schon lange interessiert und erste Schritte hatte ich auch schon unternommen. Aber das Ganze kam mir dann schnell zu kompliziert vor, um mich alleine weiter damit zu beschäftigen.

Am Ergebnis orientierter Workshop

Als nun aber Patrick Ludolph sein Training ankündigte, wollte ich mir das sehr gerne ansehen, da ich zum einen seine Panoramen im Internet gesehen hatte und klasse fand, und zum anderen wusste, dass Patrick zum Pragmatismus neigt, also Dinge nicht unnötig wissenschaftlich und kompliziert macht, sondern sich am Ergebnis orientiert.

Ich machte mich also frohgemut daran, die gut 5 Stunden Videos durchzusehen und wurde gleich zu Beginn so gut abgeholt, dass aus dem ersten „kurz mal reinschauen“ direkt eine längere Sitzung wurde.

Man merkt, dass sich Patrick schon länger mit Video-Tutorials beschäftigt, denn der Film beginnt nicht nur informativ sondern auch unterhaltsam mit einigen schönen Bildern vom Hamburger Hafen. Die Vorträge, aufgenommen aus wechselnden Kameraperspektiven, bieten auch mal den Blick auf das Display des Fotografen, sind immer wieder aufgelockert durch schöne Videosequenzen oder Timelapses und beginnen und enden mit fröhlicher Musik.

Das macht schonmal gute Laune und erleichtert das Lernen.

Soweit zur Form. Nun zum Inhalt.

Für mich persönlich war der Video-Workshop ein voller Erfolg. Ich hatte zwar gehofft, ohne spezielle Panorama-Software auszukommen und das vielleicht einfach mit Photoshop machen zu können, was ich ja ohnehin schon benutze (und im Abo monatlich zahlen muss). Aber schon im zweiten Video wurde mir dann klar, warum ich das mit Photoshop so nicht hinbekommen konnte. Patrick Ludolph geht durch alle Bearbeitungsschritte und zeigt das Panorama-Stitching am Beispiel des Programmes PTGui. Und PTGui bietet einfach genau die fehlenden Kontrollmöglichkeiten, mit denen man Probleme im Panorama löst, die Photoshop eben nicht lösen kann. Später wird auch das Alternativ-Programm AutoPano demonstriert, was im Gegensatz zu PTGui auch über eine deutsche Benutzeroberfläche verfügt.

Beispiele nachbauen

Und weil man das auch nicht einfach glauben muss, gibt es alle Beispielfotos zum Kurs dazu. Und ich habe natürlich ausprobiert, wie weit ich mit Photoshop komme und dann mit der kostenlosen Testversion von PTGui die anderen Beispiele aus dem Videokurs nachgebaut. Das hat richtig Spaß gemacht und das Zusammenpuzzeln von Panoramen ist zugleich eine sehr entspannende Tätigkeit.

Auch die Theorie, die mir bisher teilweise eben kompliziert vorkam, wenn es dann um Kontrollpunkte und Nodalpunktadapter ging, erklärt er wunderbar anschaulich. Ich habe mir zum Beispiel gemerkt „Nodalpunkt ist, wenn du den Kopf um den Augapfel drehst und nicht um den Hals“. Wer das zugehörige Video gesehen hat, kann mit dieser Eselsbrücke einiges anfangen.

Ein Hinweis von mir: Die Testversion von PTGui bot auf den ersten Blick nicht alle Funktionen, die Patrick im Workshop zeigt. Vielleicht hatte ich auch nicht gut aufgepasst. Die Lösung: Rechts oben gibt es einen Button „Advanced>>“, der zusätzliche Karteireiter, unter anderem den Punkt „Optimizer“ einblendet, in dem man auch die ViewPoint-Korrektur findet, nachdem man dort noch einmal auf „Advanced>>“ geklickt hat. Eine Voreinstellung dafür habe ich bisher nicht gefunden.

Brenizer-Panorama_Patrick_Ludolph

Dieses Bild habe ich im Rahmen des Video-Workshops aus 54 Bildern in der Testversion von PTGui zusammen gesetzt.

Auch Probleme werden gelöst

Und das schöne an diesem Video-Kurs ist, dass die Beispiele nicht danach ausgewählt sind, dass einfach alles problemlos und automatisch funktioniert, sondern dass es sich um reale Beispiele handelt, bei denen die üblichen Probleme, z.B. bei sich bewegenden Objekten im Bild, auftreten. In solchen Fällen wird direkt gezeigt, wie man solche Fälle mit der Software elegant löst. Gerade die Abschnitte, in denen Patrick zeigt, wie er Fehler in den Panoramen ausbessert und dafür verschiedene Tricks und Tools nutzt, sind wirklich hilfreich und ersparen stundenlange Fehlersuchen bei künftigen eigenen Projekten. Ich denke, ich werde auch hin und wieder mal etwas im Video nachschlagen, wenn ich an Problempunkte komme. Die Videos bieten viel Detailinformationen, die man nicht einfach so an sich vorbeirauschen lassen kann.

Panorama_Workshop_Patrick_Ludolph_HamburgFür Panoramen gibt es ja diverse Anwendungsfälle und verschiedene Präsentationsformen und von einfachen Panoramen aus mehreren Bildern in einer Reihe bis hin zu virtuellen Touren, Kugelpanoramen und 360 Grad-Ansichten wird das Thema Panoramafotografie wirklich umfassend und praxisnah erklärt.

Sogar den, in der Hochzeitsfotografie beliebten, Brenizer-Panoramen wird ein Video gewidmet. Ich selber hatte darüber auch schon einmal einen Blogartikel geschrieben. Das Video erklärt auch diesen Vorgang sehr genau und nachvollziehbar.

Auch die Frage, wie man denn Panoramen gut am Computer, besonders auf Webseiten darstellt, wird ausführlich behandelt. Hier kommt ein weiteres Tool, KRPano, zum Einsatz. Im Verlauf der Erstellung einer virtuellen Tour kann man vieles nochmal üben und Patrick bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Mein Fazit

Wer einen konzentrierten, umfassenden und praxisnahen Einstieg in die Panoramafotografie sucht, ist mit diesem Video-Workshop sehr gut bedient.

Selbst Hochzeitsfotografen, die eigentlich mit Panoramafotografie nicht so viel am Hut haben, werden davon profitieren, wenn sie ihrem Brautpaar nach der nächsten Hochzeit ein Brenizer-Panorama überreichen können.

Ich selber werde ab sofort häufiger Panoramen fotografieren und das Programm PTGui (Link) steht ganz oben auf meiner Einkaufsliste. (Mit dieser Nebenwirkung sollte man allerdings rechnen.)

Außerdem empfiehlt sich für sorgfältiger fotografierte Panoramen die Anschaffung eines Nodalpunkt-Adapters für das Kamerastativ. Was man damit genau macht und wie man den benutzt, erklärt Patrick ebenfalls in einem Video.

Hier der Link zum Video-Workshop: http://shop.neunzehn72.de/produkt/wie-ich-panoramen-fotografiere/
Ach so, der Video-Kurs kostet 39,- EUR.

Von mir wird es ganz sicher demnächst auch die ersten Panoramen zu sehen geben. Der Nodalpunkt-Adapter ist jedenfalls bestellt…